Der Abbau mineralischer Rohstoffe trägt zu einem Viertel des Bruttosozialprodukts Papua-Neuguineas bei. In Bougainville, nach der Stillegung der Panguna-Mine, nichts. Das kann sich mit der möglichen Wiedereröffnung ändern. Copperinvestmentnews berichtet.
Das US-Gerichtsverfahren wegen vermeintlicher Genozid- und Kriegsverbrechen in Bougainville, gegen das Bergbauunternehmen Rio Tinto wird wieder aufgerollt. Seit den 1960er Jahren hatte Rio Tinto über das Tochterunternehmen Bougainville Copper Ltd (BCL) mit der Panguna Mine eine der weltweit größten Kupferminen betrieben. Ende der 1980er hatte sich an der Mine ein Bürgerkrieg entzündet, der innerhalb weniger Wochen zu ihrer Schließung geführt hatte. Bis heute ist “Panguna” nicht wieder eröffnet worden.
Neu ist dabei nicht der durchaus bestreitbare Genozid- und Kriegsverbrechen-Vorwurf. Neu ist, dass das Verfahren erstmals gegen ein Unternehmen geführt wird. Rio Tintos Argumentation war das Alien Tort Statute lasse nur Verfahren gegen Einzelpersonen zu, nicht gegen Unternehmen.
Der Anwalt der Kläger dazu:
“It is a precedent setter and it’s an important one. I think what the court said was that it would be unjust to punish individuals and allow corporations to retain the profits of violating international law.”
Das Alien Tort Statute ist ein Gesetz aus dem Jahr 1789, dass es Nicht-US-Amerikanern erlaubt im US-Ausland begangene Menschenrechtsverletzungen in den USA gerichtlich zu verfolgen.
(Quellen: http://www.abc.net.au, http://www.rnzi.com)
Während die Schuldfrage noch gerichtlich geklärt wird, fördert UNDP mit dem ‘Strengthening Capacities for Peace and Development (CPAD)’-Programm Fraueninitiativen für ihre positive Rolle im Friedensprozess (North Bougainville Women’s Federation, Hako Women’s Collective, Leitana Nehan Women’s Collective). (Quelle: http://solomontimes.com)
Etwas verückt, aber Kläger aus Bougainville haben den Bergbaukonzern Rio Tinto in Amerika wegen seiner Aktivitäten auf Bougainville verklagt. Der Konzern ist nicht amerikanisch, die Geschädigten sind nicht amerikanisch, und das ganze hat nicht auf amerikanischen Boden stattgefunden. Amerika war auch sonst in keiner Weise beteiligt.
Offenbar machen sich die Kläger trotzdem Hoffnungen bis zum Supreme Court zugelassen zu werden.
Quellen: PNG Blogs, Radio New Zealand International
Life in Panguna was not always like it is today. There used to be a bustling expatriate community trying to adapt to the local climate and culture. Physics Tramp is an interesting blog about those early times, when Arawa was still a plantation and not yet dubbed most beautiful town of the South Pacific (a title that – by the way – has been claimed by a number of places) <…>.
Bei Malum Nalu gibt es einen interessanten Beitrag zum illegalen Wirtschaftsgebaren einiger in Bougainville.
Der Autor des Bougainville-Bestsellers “Mr. Pip” will in Arawa eine Stadtbücherei errichten lassen und beleuchtet dabei „unser“ oft falsch verstandenes Bedürfnis zu helfen.
“The first thing people often want to do is donate books. But often those books are discards. Schools do this, Rotarians too. They’re looking to get rid of their stock, but it’s often third-hand, fourth-hand, fifth-hand stuff – you know, The Life and Times of Donald Trump. Hopelessly inappropriate. And bad books can be a real put-off.”
In der Tat: Einige der Bücher, die ich in den wenigen Schulbüchereien in Bougainville gesehen habe, taugen allenfalls zum Bilder ausschneiden. Während die Zehnjahressammlung National Geographic und eine in Australien gespendete Enzyklopädie auch dann noch ihren Zweck teilweise erfüllt, wenn zwei Bände fehlen, ist der pädagogische Wert von „Woman’s Weekly“ überdenkenswert.
Oder Kinderbücher: Es gibt sie, gute Kinderbücher die die Lebenswelt von Kindern in Entwicklungsländern wiederspiegeln. Aber was soll ein in einer Strohhütte lebendes elfjähriges Mädchen mit der Biographie von Donald Trump, „Hanni und Nanni“ oder Geschichten von Kindern die morgens mit dem Auto zur Schule gefahren werden und Mittags mal schnell eine Tiefkühlpizza in die Mikrowelle schieben anfangen? Da verwundert es sich nicht, dass kaum ein Kind in Papua-Neuguinea freiwillig ein Buch in die Hand nimmt.
Ich habe noch keine Schulbücherei gesehen, die „Mr. Pip“, „Mama Kuma“ oder einen Reiseführer PNG im Regal hatte (Österreich-, Deutschland- und Australien-Reiseführer dagegen dutzendweise).
Jaja, richtig schenken ist nicht einfach. Was im Kleinen zu Weihnachten jedes Jahr für Streit in der Familie sorgt, ist auch im Großen schwer.
Following 10 years of violent civil unrest in Bougainville, in which tens of thousands of lives were lost and traditional life on the island of Bougainville was destroyed, one community in central Bougainville has brought together past enemies to work to mend relationships and to rebuild their community.
Osi Tanata, “Hüter des Landes”, ist aus einer Initiative von OXFAM Neuseeland hervor gegangen, und unterstützt kleine Gruppen und Dorfgemeinschaften dabei sich ein Einkommen zu schaffen. Und nach dem Bürgerkrieg Gegner zusammen zu bringen und Vertrauen in die Gesellschaft wieder aufzubauen. Durch die langjährige Unterstützung OXFAMs hat sich OsiTanata mittlerweile als die größte und eine der vielfältigsten NGOs in Arawa etabliert. Eine Lehre, die man daraus ziehen kann: In der Entwicklungszusammenarbeit kommt Erfolg oft erst richtig durch Ausdauer und einen langen Atem.
http://www.oxfam.org.nz/index.asp?s1=What%20we%20do&s2=Where%20we%20work&s3=Pacific&s4=Papua%20New%20Guinea&s5=Osi%20Tanata
http://www.oxfam.org.nz/index.asp?s1=what%20we%20do&s2=where%20we%20work&s3=pacific&s4=papua%20new%20guinea&s5=rebuilding%20bougainville
Wie schon andere Politiker vor ihm hat unser frisch gewählte Präsident Momis jetzt bekannt gegeben: Die Wiedereröffnung des während des Bürgerkrieges geschlossenen Mega-Panguna-Kupfer-Tagebaus sei im Rahmen des Möglichen, mit dem Nachsatz „wenn sich denn Landbesitzer und Politiker einigen könnten“. Da das eher eine mittelfristige Perspektive ist, sucht er derweil „credible partnerships involving credible investments and credible resource owners“. http://www.islandsbusiness.com/news/index_dynamic/containerNameToReplace=MiddleMiddle/focusModuleID=130/focusContentID=19876/tableName=mediaRelease/overideSkinName=newsArticle-full.tpl
Derweil hat Simon Kenema aus Bana-Distrikt in Süd-Bougainville, heute St. Andrews University/Australien, im eJournal of the Australian Association for the Advancement of Pacific Studies Issues 1.2 and 2.1, April 2010, mit seiner Innen-Ansicht die Vielzahl der Faktoren die zum Ausbruch des Bürgerkrieges gefuehrt haben, analysiert. http://intersections.anu.edu.au/pacificurrents/kenema.htm
Was auch immer die Ursachen der „Crisis“, sie hatte zur Folge, dass der Panguna-Tagebau mit samt sämtlicher Infrastruktur brach liegt, und nach und nach weggeschleppt wird. So hat vergangene Woche die neuguineische Polizei einen Tanker der Millionenwerte an illegal abgesaugtem Öl transportierte mitsamt Crew inhaftiert. http://www.rnzi.com/pages/news.php?op=read&id=54251