Die Behre Dolbear Gruppe gibt jährlich einen Bericht für internationale Mineninvestoren heraus. Im aktuellen Bericht wird Papua-Neuguinea wieder als eines der riskantesten Länder eingeschätzt. Als besonders riskant schätzt die Gruppe das Risiko Minenprojekte könnten an sozialen Verwerfungen scheitern oder sich verteuern. Damit liegt PNG ganz in der Nähe des Kongo. Ein bisschen übertrieben kommt uns das schon vor, aber das Geschäftemachen ist in PNG sicherlich komplizierter als anderswo.
Es ist ein Twist in der Geschichte, dass Bougainville überhaupt Teil PNGs geworden ist, obwohl geographisch näher an den Salomonen Inseln als am Rest PNGs. Ein Nachteil, denn dadurch ist die Provinz schwerer zu erreichen, auch für Touristen. Vor ein paar Jahren hatten wir ein Pärchen in Arawa, die über Südbougainville in die Salomonen einreisten und dort promt wegen illegaler Einreise verhaftet und abgeschoben wurden. Trotz Mühen hatten sie in Buin (Bougainville) niemanden gefunden, der ihnen die Ausreise mit Stempel im Pass bestätigte, und auf den Shortlands (Salomonen) niemanden, der ihnen die Einreise abstempeln konnte. Dafür wartete die australische RAMSI-Polizei am Strand auf sie … .
Schön, wenn andere die gleichen Erlebnisse machen: Tony W. scheitert schon an der legalen Einreise nach Bougainville. Siehe: www.independent.co.uk
Papua-Neuguinea macht oft nur am Rande Schlagzeilen, wie im aktuellen Standard.at als australisches Abschiebelager für Bootsflüchtlinge.
Der österreichische Standard meldet den Rücktritt von Grand Chief Michael Somare, der 1975 das Land Papua-Neuguinea in die Unabhängigkeit von der australischen Kolonialmacht geführt hatte. Allerdings war er nicht – wie gemeldet – die ganzen 36 Jahre an der Macht (klar, ich versteh schon, das vermutet man gerne bei Entwicklungsländern). Aber schön demokratisch ist er immer mal wieder ins “office” gewählt worden. Dazwischen durften auch mal andere dran.
Die Weltgesundheitsorganisation hat für Bougainville alarmierende hohe Infektionsraten mit Geschlechtskrankheiten (STIs) festgestellt. 60 Prozent der 13 bis 30-jährigen sollen infiziert sein. Damit stellt die Provinz innerhalb PNGs einen Negativrekord auf. STI Infizierte haben ein höhreres Risiko sich die hier noch verbreitete Tuberkulose oder HIV zuzuziehen. Die Zahl der HIV-Infektionen ist noch relativ gering, aber was bringt die Zukunft in Anbetracht dieser Zahlen?
Quelle: http://australianetworknews.com/stories/201012/3098066.htm?desktop
“Einmal was anderes machen” wollen viele nach Studium oder Ausbildung. Und bewerben sich bei einer der zahlreichen Organisationen die in der Entwicklungszusammenarbeit tätig sind. Nur wenige haben Erfolg mit ihrem Anliegen. Die besten Chancen haben KandidatInnen mit einschlägigen Erfahrungen als PraktikantIn oder in Freiwilligenorganisationen wie UN Volunteers, weltwärts, o.ä. .
Der Spiegel hat sich der Thematik angenommen:
In fremden Ländern arbeiten und auch noch Gutes tun: Viele Studenten träumen vom exotischen Job des Entwicklungshelfers in der Ferne. Doch die begehrten Stellen sind für Absolventen nur schwer zu erreichen. Stattdessen warten anfangs viele in heimischen Büros auf ihre große Chance. ((… weiter bei spiegel-online.de …))
Weiterführende Links:
Wir sind uns schon lange einig: Bougainville ist mit Abstand die schönste Provinz des an Schönheiten nicht armen Landes Papua-Neuguinea. Nun findet die natürliche Schönheit und kulturelle Vielfalt endlich eine Repräsentanz im Internet. HIER sind künftig alle Informationen zu Unterkunft, Mona-Festival und Trips gebündelt zu finden.
Und hier geht es zu Bougainville Tourism Photostream.
Bei Malum Nalu gibt es einen interessanten Beitrag zum illegalen Wirtschaftsgebaren einiger in Bougainville.
Seit der Unabhängigkeit Papua-Neuguineas im Jahre 1975 hat es nur eine Handvoll Frauen ins Parlament geschafft – dem britischen „first past the post“-System sei Dank. Die derzeit einzige ist Dame Carol Kidu, die gleichzeitig als Ministerin für Community Development einen der entwicklungspolitische interessanteren Posten in der Regierung hat. Das soll sich jetzt mit dem „Reserved Seats for Women Bill“ ändern. Sofern das Parlament zustimmt wird pro Provinz ein Parlamentssitz für Frauen reserviert – gewählt von allen WählerInnen. Im mehrheitlich matrilinearen Bougainville wurde das Verfahren schon mit der Autonomie 2005 eingeführt. Dort wählen die WählerInnen der drei Regionen Nord, Süd und Zentral je eine Frauenrepräsentantin und einen Ex-Kämpfer (ex combattant – Bürgerkriegsveteran).
Und damit die Parlamentarier auch wirklich zustimmen hat das Dame Carols „Department for Community Development“ mit Hilfe der Vereinten Nationen eine groß angelegte Werbekampagne gestartet. Im einzigen Sender PNGs werben zwei Kids aus dem Hochland für „Our mothers are our heros“, Carol Kidu wirbt für „just me is not enough“, die „Women in Business“ werben für weibliche Weisheit an der Regierungsspitze und in den zwei Tageszeitungen machen weibliche Vorbilder in kleinen schwarzen Werbebalken Werbung für die Idee. Was eigentlich gut klingt hat allerdings auch viele Gegner.