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In Bougainville angekommen

Februar 20, 2007

Nach der kurzen Zeit in Mount Hagen ging es für ein paar Tage nach Goroka, ebenfalls im Hochland, und dann nach Madang. Wo, als ich vor noch nicht einmal einem Jahr die gleiche Strecke gefahren bin, noch Kunai-Steppe wuchs, ist jetzt eine riesige frisch angepflanzte Ölpalmen-Plantage im Werden begriffen. Das müssen einige hundert Quadratkilometer sein.

Nach Madang ging es weiter nach Lae, meinen alten Einsatzort {{…}}

Und Dienstag vor einer Woche kam ich dann endlich in Bougainville an. Oder „auf Bougainville“? Schließlich handelt es sich um eine Insel. Genauer gesagt landete mein Flugzeug sogar auf Buka Island. Am zweiten Tag, Mittwoch, ging es dann nach Arawa. Allein die Reise dorthin ist schon ein Erlebnis. Die Inseln Buka und das größere Bougainville sind nur durch eine enge Meeres-Passage voneinander getrennt, die wir (mein Chef und ich) erst mit dem Motorboot überqueren mussten. Auf der anderen Seite, in Kokopau, warteten schon die „Busse“, eine Reihe geländegängiger 10-sitziger Landcruiser auf uns. Die Reise ging teils über Teer, teils über eine gut ausgebaute Schotterpiste, durch alte Kokos- und Kakao-Plantagen. Manchmal schimmerte das Meer für einige Minuten durch die Palmen – traumhaft. Je weiter wir nach Süden kamen, desto häufiger konnte man Folgen der 10-jährigen „Crisis“ sehen: aufgelassene Kokos-Plantagen und überwucherte Stahlgerippe ehemaliger Lagerhallen. Nach mehreren Stunden, kurz vor Arawa, stand am Straßenrand sogar ein Schild der „Regierung von Me`ekamui“, dass das Betreten einer noch immer existenten „No-Go-Zone“ verbot.

Die nächsten Tage konnte ich mein Umfeld in Arawa erkunden, wo ich die nächsten zwei Jahre verbringen werde. Ich hab einen netten und scheinbar sehr aktiven lokalen Chef. Er wird mir das Einleben dort sicher sehr erleichtern. Einige andere NGOs und Programme der Kirche, den Bischof und ein paar Schulen hab ich auch schon kennen gelernt. Meinem Haus gegenüber liegt Arawas größter Supermarkt, eigentlich eher ein größerer Tante-Emma-Laden. Aber einige Dinge gibt es auch bei „Steven“ nicht: Käse, Schokolade und Möhren scheint es in der ganzen Provinz nicht zu geben; Milch, Eier u.a. wohl nur, wenn das jeweils sehnsüchtig erwartete Transportschiff rechtzeitig kommt. Dafür ist es hier sehr ruhig, man kann hier ohne weiteres nachts durch die Straßen spazieren.

An die Generator-betriebene Stromversorgung meines Tanta-Emma-Supermarktes könnte ich mich anschließen (dann hätte ich immerhin 12 Stunden täglich Strom), vorerst werde ich aber wohl meinen eigenen Generator nutzen. Vielleicht kaufe ich mir auch einen Solarkühlschrank, dann bräuchte ich keinen externen Stromanschluss. Die städtische Stromversorgung funktioniert noch nicht wieder. Mein Haus hat sogar einen gelegentlich funktionerenden Telephonanschluss. Mit ein bisschen Glück kann ich bald von dort aus posten.

Kategorien:Bougainville
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