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Besuch in der „Hauptstadt“

April 21, 2007

Nach einiger Zeit wieder eine Nachricht von mir. Ich bin zu Besuch in Buka (Die „Autonome Region Bougainville“ besteht hauptsächlich aus zwei Teilen: Die südlichere und größere Insel Bougainville und das kleinere Buka), oder genauer genommen in Buka Town. Hier spielt sich das richtige Leben ab – hier sitzt die Provinz-Verwaltung mitsamt Parlament und Regierung und wegen gewisser Annehmlichkeiten auch ein großer Teil der ausländischen NGOs. Käse kann man zwar auch hier nicht kaufen, dafür gibt es aber zur Zeit Zwiebeln und … Speck! Und einige rare Schreibwaren, die die Arbeit erheblich erleichtern. Ein Traum.
Meine gestrigen Privat-Einkäufe (alles Dinge, die es im eigentlich größeren Arawa, wo ich wohne, nicht gibt):
– Ameisensichere Blechdosen
– Ein Wasserkocher
– Eine per Hand betriebene Saftpresse
– Ein echtes Baumwollhandtuch (100 Prozent Cotton – mi les long plastik-tauel)
– Diverse Kleinigkeiten wie Holzlöffel, Fliegengitter, Untersetzer usw.
Traumhafter Luxus. Sogar offiziell nützliche Dinge wie Visitenkartenpapier und Kontobücher gibt es hier.
Ein Konto für mein Projekt ließ mich die Bank noch immer nicht eröffnen. Auch die einzige Bank der Provinz sitzt hier in Buka – etwa vier Landcruiser-Stunden von Arawa entfernt, und eine Tagesreise vom südlichen Zipfel Bougainvilles. Nimms locker, nimms leicht. Immerhin durfte ich diesmal mit dem Manager persönlich sprechen und mein Anliegen vorbringen. Eine zuvorkommende Behandlung, die nicht jedem zukommt. Dafür werde ich gerade von meinem Kollegen M. köstlichst mit Goulasch bekocht. Auch eine Entschädigung.
Der kommende Montag wurde heute vom Präsidenten Kabui anlässlich der Trauerfeierlichkeiten für seinen Chief-Administrator (Verwaltungschef) Peter Tsiamalili überraschend zum Provinzfeiertag erklärt. Ob ich daher Montag wohl einen Landcruiser-Bus finde, der mich zurück nach Arawa bringt?
Gute Nacht.

Kategorien:Bougainville
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