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Bonamung

November 30, 2007

Diese Woche war für Schulbesuche reserviert. Mittwoch früh ging es nach Bonamung, eine kleine Bergschule südlich des Hafens von Kieta. Der Chairman der Schule hatte versprochen uns morgens an der Küstenstraße abzuholen. Nach einer Weile kam er auch tatsächlich.Über Stock und Stein ging es dann mit unserem kleinen Suzuki den Berg hinauf. Einge Male mussten wir anhalten und herabgestürzte Äste zur Seite räumen. Die meiste Zeit ging es über enge Waldwege, die kaum für Autos gemacht sind, teilweise durch kleine Flüsse und Bäche. Eine halbe Stunde vor dem Ziel war die “4WD-befahrbare” Strecke zu Ende und wir mussten zu Fuss weiter. Der Chairman lief uns barfuss voran.Oben angekommen breitete sich eine wundervolle Aussicht über das unter uns liegende Tal und Pokpok Island aus. Aus mehrfach geflickten und ineinander gesteckten Schläuchen haben sich die Leute dort ein Wasserversorgungssystem selbst gebaut, die wir nach dem Marsch dankbar für unsere Erfrischung genutzt haben.Die Klassenräume und die Lehrerhäuser befinden sich etwas oberhalb der übrigen Häuser auf einer bemerkenswert ebenen Fläche. Hier haben Schüler und Lehrer in langer Kleinarbeit mit dem Spaten auf der einen Seite den Berg abgetragen und auf der anderen Seite wieder aufgeschüttet. In der Mitte, wo Ende nächsten Jahres der neue 4-in-1 Classroom stehen soll, ragt ein enormes Stahlgerüst aus dem Boden. Jeder einzelne der meterlangen Balken – Überreste aus der Zeit vor dem Bürgerkrieg – wurde zu Fuss von der Küste herauf getragen.Als kleinen Service für die Lehrer betreibt der Schatzmeister der Schule eine kleine Kantine. Dort kann Reis und das allernotwendigste gekauft werden. Von dem Erlös werden kleinere Anschaffungen der Schule (v.a. Photokopien) finanziert.Der nächste Traum von Chairman und Schulleiter wäre ein kleines Wasserkraftwerk für die Schule. Sonst nicht mehr verwendbare Automotoren eignen sich hervorragend zur Stromgewinnung.

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