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Commander gege Wiedereröffnung der Mine

März 5, 2008

„Die Wiedereröffnung der Panguna-Mine würde lediglich das Blutvergießen wieder starten“, sagte Commander der Meekamui Defence Force Chris Uma gegenüber der Tageszeitung Post-Courier. Die Regierung des Autonomen Bougainville habe keine Legitimation sich zu dem Thema zu äußern. Er erklärte auch, dass gegenwärtige Gesetzlosigkeiten in Buin und Arawa nicht auf Meekamui-Aktivisten zurück zu führen seien. („Panguna Mine doomed“, Post-Courier, 6. Februar 2008, S. 29). Mit Chris Uma assoziierte Kämpfer betreiben den Checkpoint der den Zugang zum dicht besiedelten Panguna-Gebiet (die so genannte „No-Go-Zone“) kontrolliert.

Während eines Treffens in Buka verlangte Bougainvilles Präsident Kabui den Transfer der Eigentumsrechte an Rohstoffen an die Autonome Region Bougainville. („Transfer of ownership“, Post-Courier, 6.2.2008, S. 9)

Politiker hätten kein Recht, die Panguna-Mine zu einem Diskussionspunkt zu machen. Alles was sich auf und unter dem Land der Mine befinde, gehöre den traditionellen Landeigentümern.
(„Panguna chief gags mine talks“, Post-Courier, 11.2.2008, S. 26)

Kategorien:Bougainville
  1. Axel G. Sturm
    März 6, 2008 um 12:10 am

    Carsten,

    mit Erstaunen nehme ich zur Kenntnis, dass Sie sich inzwischen doch für die politisch-ökonomischen Fragen vor Ort interessieren. Das freut und beunruhigt mich. Zu Ihrer Information: Auf der Insel gibt es zig verschiedene Gruppen, die einander nicht gerade freundlich gesonnen sind und sich teils blutig bekämpfen. Unseren Informationen nach sind Neid und Missgunst die großen Triebfedern im Umgang untereinander. Für viele dort geht es darum, sich ein möglichst großes Stück vom „Kuchen“ Mining zu sichern. So kommt es, dass ein einziger Dorfchief mehrere tausend Millionen Kina für sein Einverständnis zum Mining einfordert. Leider Gottes gibt es solche Spinner dort zu Hauf. Erkundigen Sie sich mal bei alten, wirklich alten Leuten, die dort leben, wie es denn war als es noch Mining gab. Die Insel hatte eine sich stetig verbessernde Infrastruktur, viele Gewerbetreibende haben sich angesiedelt und gutes Geld verdient, die Gesundheitsversorgung wurde von Bougainville Copper installiert etc. . Dass Gelder, die für die Landeigner bestimmt waren, zwar von BCL bezahlt aber nie ihre Adressaten erreicht haben, weil sich Dritte in PNG oder in Bougainville selbst bereichert haben, ist bekannt. Das Umweltschäden entstanden, ist unstrittig: erstens die modernen Schürfmethoden, die wir heute kennen, gab es damals noch nicht. Zweitens: BCL musste sein Personal von heute auf morgen abziehen, damit sie nicht ermordet wurden. Deshalb konnten keine Vorkehrungen getroffen werden, sensible Bereiche zu sichern. Denken Sie bitte nach, was passiert, wenn Sie beim Kochen unvermittelt aus der Küche gedrängt werden. Der Herd kann Feuer fangen und die Wohnung in Brand setzen. Bei einer Mine sind die Gefahren, die entstehen können, wenn alles sich in diesem Klima selbst überlassen wird oder gar von einigen Wilden zerstört wird, ungleich größer, ja verheerend.

    Kürzlich erhielt ich die Einladung einer Meekamui Gruppierung, doch nach Bougainville zu kommen. Das werde ich tunlichst unterlassen, denn andere Gruppen wiederum haben mir angedroht, Suppe aus mir zu machen. Das hört sich witzig an, ist allerdings traurige Realität.

    Der gute Herr Kabui selbst, der sich mächtiger als der Präsident der USA fühlt (hat er tatsächlich mal behauptet!!!), kommt ja auch nicht aus Buka nach Arawa, geschweige denn nach Süd-Bougainville, weil er sich nicht traut. Aber nach Kanada fliegen, um dort mit einer überaus übelbeleumundeten 4-Personen-Firma zu verhandeln, das kann er. Die Millionen, die er diesen Leuten mit dem Versprechen abgeluchst hat, sie könnten auf unserem Panguna Gelände Mining betreiben, sind spurlos versickert. Na toll!

    Tun Sie sich einen Gefallen Carsten, lassen Sie die Finger dort aus der Politik. Die Leute sagen Ihnen heute dies und morgen das blanke Gegenteil. Merken Sie sich auch, dass Sie automatisch der Feind eines anderen werden, wenn Sie mit jemandem Freundschaft schliessen. Für uns Europäer ist das alles recht seltsam aber nach allem, was wir in den letzten Jahren recherchiert habe, ist das so. Vom 5. Mai bis zum 10. Mai bin ich in Port Moresby im Crowne Plaza Hotel, wo wir auch unsere Hauptversammlung am 8.Mai haben werden. Sollten Sie zufällig dort sein, würde ich mich freuen, Sie zu treffen.

    Noch eines: Kürzlich sprach ich mit dem Sohn eines unserer früheren Direktoren, der selbst mehrere Jahre auf Bougainville gelebt hat. Er berichtete mir, dass die Insel insgesamt 50 Jahre zurück gefallen sei, seit BCL fliehen musste. Dies ist das Verdienst einiger Warlords, die ihren Egoismus nicht dem Gemeinwohl unterordnen wollen. Bougainville könnte tatsächlich ein Paradies sein. Der Traum indes, dass alles wieder so sein könne wie vor hundert Jahren als die Deutschen noch da waren, ist Unsinn. Viel zu sehr locken die unermeßlichen Reichtümer, die dort in der Erde liegen. Und wenn nicht ein zivilisiertes Unternehmen wie BCL diese Schätze hebt und die Bevölkerung teilhaben lässt, kommen eines Tages die Chinesen und machen Bougainville platt, so wie sie es auch schon in PNG und anderen Ländern gemacht haben.

    Alles Gute für Sie und passen Sie auf sich auf!

    Axel G. Sturm

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