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Skelette zwischen den Steinen

Mai 20, 2008

Unglaublich, was die Amerikaner und Japaner nach dem 2. Weltkrieg an Militärmüll auf Bougainville zurück gelassen haben.

Die vergangene Woche haben wir in Torokina verbracht, einige Motorbootstunden südlich von Buka, an der Westküste Bougainvilles. Samstag früh um vier Uhr ging es los. Am späten Vormittag hielten wir zur Frühstückspause auf „Torokina Island“, offenbar der Partyinsel der amerikanischen Soldaten, an. Der Strand war noch immer voll mit (mittlerweile abgeschliffenen) Scherben. Einig davon waren noch deutlich als Coca Cola oder Johnson & Johnson-Flaschen erkennbar. Über 60 Jahre nach Kriegsende!

Hier und später auf dem Festland waren konnten wir zahllose in die Erde eingelassene Beton-Klötze, Maschinen- oder Boots-Wracks betrachten. Im Hinterland um Gotana, wo wir die meiste Zeit verbracht haben, ragten auf dem Weg zur Badestelle am Fluss mehrere verrostete scharfkantige Metallstäbe (ehemalige Gebäudeteile?) aus dem Boden heraus. Als wenn das nicht schon gefährlich genug sei, könne man überall nach Reinigung noch gebrauchsfähige amerikanische und japanische Waffen und Patronen aus der Zeit finden (als Kirchenglocke dient in Gotana eine eineinhalb Meter lange Geschosshülse), erzählten mir die Jungs aus dem Dorf. Das sei während des gerade vergangenen Bürgerkrieges sehr praktisch gewesen. Jetzt hätten die Chiefs aber den Gebrauch von Schusswaffen verboten. Woran sich auch alle zu halten scheinen – das „Protein“ für uns Gäste wurde ausschließlich mit herkömmlichen Methoden erlegt (Schleuder, Knüppel und Pfeil und Bogen).

Eine Wegstunde hinter Gotana befindet sich der letzte Schlupfwinkel einiger verwundeter japanischer Soldaten. Die Skelette sitzen (sic!) dort wohl noch immer zwischen den Felsen, vollständig mit Armbanduhr und mittlerweile zerbrochener Brille.

Lieblingshalsschmuck der Jugend: japanische und amerikanische „Hundemarken“, vermutlich den Skeletten abgenommen.

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