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Bougainville Nachrichten

August 23, 2008

Buin Highschool: Schüler fackeln Lehrerhaus ab
Nach einem „Sicherheitszwischenfall“ im Mädchen-Schlafsaal der staatlichen Highschool in Buin, Süd-Bougainville, haben vergangenen Monat Schüler ein Schulgebäude abgebrannt. Zuvor waren Besoffene dort eingebrochen und hatten zumindest eines der Mädchen mit einer Bierflasche verletzt. Ob der Zwischenfall Konsequenzen für die Schüler hatte, ist nicht bekannt. Jedenfalls wurde der Lehrbetrieb kurz darauf wieder aufgenommen.

Arawa: Neue Distrikt-Verwaltung eröffnet
Nachdem um Neujahr diesen Jahres das alte Büro der Distriktverwaltung von (unbekannten?) Tätern abgefackelt wurde, haben die Staatsdiener im Juli/August in Stufen ihr neues Bürogebäude im Zentrum Arawas bezogen.

Asitavi: Dorfgemeinschaft fordert Millionen für den Erhalt der eigenen Schule … in die eigene Tasche
Die katholische Mädchenschule Asitavi Lower Secondary School in Wakunai hat ein Problem. Die Nachbarschaft will Geld sehen … ; ganze 22 Millionen Kina (über 5 Millionen Euro) als Lohn für die angebliche Bewachung der Schule während des Bürgerkrieges in den 1990er Jahren. Nutznießer sollen einige hundert „Wächter“ sein. Die Schule ist eine von neun höheren Schulen Bougainvilles und bietet die „untere Sekundarstufe“ 9. und 10. Klasse an. Der Gebäudewert dürfte sich weit unterhalb der verlangten „Lohnsumme“ befinden.

Kult-Bewegung in Buka
Ein neuer Cargo-Cult ist offenbar auf der Insel Pororan in Buka entstanden. Die Anhänger platzieren offenbar Koffer an günstigen Stellen auf der Insel und erwarten Geld und Güter würden dort in diese hinein fallen. Die Kultbewegung entstand offenbar nach Prozessionen des katholischen „World Youth Day Cross“ 2007/2008 und hat die Aufmerksamkeit von Polizei und katholischer Kirche erregt. (Cult group investigated in Buka, in Post-Courier, 6. August 2008, S. 8)

Bougainville Copper Ltd rät zur Vorsicht bei der Wiedereröffnung der Panguna-Mine
Die von einigen heiß ersehnte Wiedereröffnung der Panguna-Mine liege u.U. noch Jahre entfernt, so der BCL-Chairman Peter Taylor. Der gigantische Tagebau, einst weltweit einer der größten, wurde 1989 beim Ausbruch der Bougainville-Krise still gelegt.
Eine Wiedereröffnung setze die Zustimmung vieler, v.a. der Landeigentümer voraus. Allerdigs seien einige dieser gegen eine Wiedereröffnung. Der unerwartete Tod von Bougainvilles Präsident Joseph Kabui sei ein weiterer Rückschlag für die Wiedereröffnung.
Trotz negativer Vorzeichen verfolge man im Angesicht hoher Weltmarktpreise für Kupfer das Minenprojekt weiterhin. Die für August geplante Veröffentlichung einer Machbarkeitstudie wurde auf November verschoben. (BCL cautious on mine re-opening, in Post-Courier, 6. August 2008, S. 27)

Waffen in Wisai (Süd-Bougainville)
Der Grund für das Festhalten vieler Bürgerkriegsveteranen an ihren Waffen sei die Angst vor Vergeltungsmassnahmen für Handlungen während der „Krise“. Viele hätten während des Bürgerkrieges Menschen getötet oder misshandelt. Das weapons disposal committee (Waffen-Entsorgungs-Komitee) erwäge wieder das Aufkaufen von Waffen, sei aber in der Lage die Probleme ohne Hilfe von außen zu lösen, so der Chairman des parlamentarischen Komitees für Veteranen-Angelegenheiten. (Weapons still rife in Wisai, in Post-Courier, 7. August 2008, S. 7)

Kopra-Produzenten wollen Hilfe
Ein Buka Geschäftsmann hat Regierungshilfen für die Vermarktung von Kopra verlangt. „It’s not only mining that we can generate our revenue from. If the copra exporters are assisted, then this will also allow companies to compete with outsiders.“ (Help needed for B’ville exporters, in Post-Courier, 7. August 2008, S. 8)

Die zwei Hauptexportgüter Kopra (das Mark der Kokosnuss) und Kakao haben sich in den letzten Jahren unterschiedlich entwickelt. Während der Kakao-Preis (Hauptanbauregion Tinputz und eigentlich fast überall auf Bougainville) in den letzten Jahren erheblich gestiegen ist, stagnierte der Kopra-Preis auf gleichem Niveau. Über die Hälfte von Bougainvilles Kopra wird auf der kleinen Buka-Insel produziert.

Buka: Schule bekommt Computer
Hahela Primary School hat als erste Grundschule Bougainvilles ein Set von 20 Computern für den Schulgebrauch bekommen. Im dreistufigen hoch selektiven Schulsystem PNGs bieten die Primary Schools Klasse 3 bis 8 an. Nur eine Minderheit von weniger als 10 Prozent der Erstklässler erreicht den Sprung in die 9. Klasse der Secondary School. Es wird angenommen, dass ein Drittel der Kinder nie eine Schule besucht.

Für die Mehrzahl ist die Primary School die höchste Bildungsstufe, die sie erreichen können. Viele Schüler und Studenten haben erst nach der Ausbildung erste Kontakte zu Computern.

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