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Little China in Bougainville

Dezember 10, 2009

Also, nachdem mein kleiner Cousin (naja, so klein ist er auch nicht mehr) sich schon beschwert, dass ich nichts mehr schreibe: Hier bin ich wieder. Ich bin umgezogen. Noch nicht richtig, aber immerhin halb. Was heissen will, meine bessere Hälfte und das zusätzliche Drittel sind noch immer in Arawa und passen dort auf unser Haus auf. Ich habe dafür in Buka schon einmal das Haus meines Vorgängers bezogen. Da ich dort alleine bin und nur mit zwei Taschen Kleidung angereist bin ist die Wohnung mehr oder weniger kahl. Was Anlass genug ist, die Gegend zu erkunden. Nicht dass es hier viel gäbe, aber einige interessante Entdeckungen habe ich schon gemacht.

Buka Town – vor der Krise nur als Chinatown bekannt – ist heute in der Hand ganz anderer Chinesen, der „Chinese bilong Bogenvil“, so benannt wegen ihrer vermeintlichen Geschäftstüchtigkeit. Es geht um die Siwais aus Süd-Bougainville. Nicht, dass diese in der Masse überdurchschnittlich wirtschaftlich aktiv wären, aber der Eindruck entsteht schon. Mit nur wenigen tausend Einwohnern und bar lohnenswerter Gold, Kakao oder Kokusnuss-Vorkommen fällt der Distrikt Siwai nicht weiter ins Gewicht. Allerdings beherbergt er eine kleine durch Familienbande verknüpfte Gruppe Menschen, die über ihren Distrikt hinaus wirtschaftlich aktiv sind. Als vor ein paar Wochen der größte Siwai-Geschätsmann starb, schlossen alle mit ihm verbundenen (Siwai)-Geschäfte in Buka (200 Kilometer weiter nördlich). Kurz darauf starb sein Bruder (?) und wieder war der Großteil der Läden in Buka geschlossen. An den Nachmittagen war die Kleinstadt Buka trostlos.

Die „richtigen Chinesen“ lassen sich dagegen an einer Hand abzählen. In Kokopau, auf der anderen Seite der Buka-Passage kauft und exportiert ein dunkelhäutiger Asiate Kakao. Dann gibt es noch die Philippinos der City Pharmacy und ein paar immer wieder wechselnde Gesichter.

Kategorien:Bougainville, Papua New Guinea Schlagwörter: , , ,
  1. Günther Koller
    Dezember 11, 2009 um 8:53 am

    Kiakia Mirahu,
    Wer es nicht versteht, „Guten Morgen“. Nun die Siwais sind im Grunde traditonell eingestellt, sind stolz auf ihre Kultur, brauchen ab er eine gewisse Zeit zu Neuerungen, haupstsächlich auf religösem Gebiet. Ich fand sie immer zuverlässig, freundlich und vor allem gastfreundlich.
    Nun es stimmt zwar nicht, dass sie keine Kopraa und Kakao Produktion haben. Es gibt viele kleine Kakao-Plantagen. Ob die nun nach dem Bürgerkrieg noch oder wieder funtionierne, das weiß ich leider nicht. Früher harte jedes kleine Dorf einen sog. store. Ich hoffe, das dies wieder der Fall ist.
    Danke für den Artikel, auf den ich per Google Alert hingewiesen wurde.
    Da ich keinen Newsletter auf der Interneseseite finde, wäre so etwas für mich angenehm zu wissen, ob es den doch gibt.

    Mirahumen

    Günther Koller

    • bukacarsten
      Dezember 11, 2009 um 11:04 am

      Hallo Herr Koller, Kakao gibt es noch immer im Siwai Distrikt, aber der Boden gilt als „low agricultural potential“. Immerhin, für ein bisschen Kleingeld reicht die Ernte scheinbar. Einen öffentlichen Newsletter habe ich nicht, es freut mich aber trotzdem, einen Freund Bougainvilles hier zu treffen.
      Tampara,
      Carsten

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