Bücher für Arawa

Juli 8, 2010

Der Autor des Bougainville-Bestsellers „Mr. Pip“ will in Arawa eine Stadtbücherei errichten lassen und beleuchtet dabei „unser“ oft falsch verstandenes Bedürfnis zu helfen.

„The first thing people often want to do is donate books. But often those books are discards. Schools do this, Rotarians too. They’re looking to get rid of their stock, but it’s often third-hand, fourth-hand, fifth-hand stuff – you know, The Life and Times of Donald Trump. Hopelessly inappropriate. And bad books can be a real put-off.“

In der Tat: Einige der Bücher, die ich in den wenigen Schulbüchereien in Bougainville gesehen habe, taugen allenfalls zum Bilder ausschneiden. Während die Zehnjahressammlung National Geographic und eine in Australien gespendete Enzyklopädie auch dann noch ihren Zweck teilweise erfüllt, wenn zwei Bände fehlen, ist der pädagogische Wert von „Woman’s Weekly“ überdenkenswert.

Oder Kinderbücher: Es gibt sie, gute Kinderbücher die die Lebenswelt von Kindern in Entwicklungsländern wiederspiegeln. Aber was soll ein in einer Strohhütte lebendes elfjähriges Mädchen mit der Biographie von Donald Trump, „Hanni und Nanni“ oder Geschichten von Kindern die morgens mit dem Auto zur Schule gefahren werden und Mittags mal schnell eine Tiefkühlpizza in die Mikrowelle schieben anfangen? Da verwundert es sich nicht, dass kaum ein Kind in Papua-Neuguinea freiwillig ein Buch in die Hand nimmt.

Ich habe noch keine Schulbücherei gesehen, die „Mr. Pip“, „Mama Kuma“ oder einen Reiseführer PNG im Regal hatte (Österreich-, Deutschland- und Australien-Reiseführer dagegen dutzendweise).

Jaja, richtig schenken ist nicht einfach. Was im Kleinen zu Weihnachten jedes Jahr für Streit in der Familie sorgt, ist auch im Großen schwer.

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