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Schiffbruch – Nissan und Buka

August 25, 2010

Es gab Zeiten, als Reisen noch mühsam und gefährlich war. In den Häfen der deutschen Nordsee stehen Stelen, auf denen die Namen der auf See Verschollenen und ihrer Fischerboote verewigt sind. Den Verschollenen von Bougainville ist keine Stele gewidmet, obgleich ihre Zahl ungleich höher sein muss. Wer vom Festland zum Carterets Atoll oder nach Nissan reist, und sein Ziel verfehlt, fährt auf das offene Meer hinaus. Davon können ein Skipper und seine Passagiere jetzt ein Lied singen.

Einen Tag nach dem unser Team die Insel Nissan in Richtung Buka verlassen hatte, fuhr eine weitere Mannschaft los. Darunter eine Mutter, mit fünf Monate altem Baby und weiteren Kids. Insgesamt elf Personen, ein paar getrocknete Brotfrüchte und ein Sack Kakaobohnen. Als Buka in Sicht kam, meldeten sie sich per Handy bei ihren Familien, dann ging ihnen der Sprit aus und die Strömung trug sie auf die Coral Sea hinaus. Nach knapp einer Woche, kam die Nachricht: Sie sind sicher und lebendig in der Milne Bay Provinz angekommen. Eine Woche haben sie von Kakaobohnen, frischem Fisch und Regenwasser gelebt. Auf dem Korallenmeer haben Menschen schon einen Monat und mehr ausgehalten.

Was lernen wir daraus: An der Benzinversorgung sparen ist nicht gut. Einen erfahrenen Skipper und einen zweiten Motor sollte man sich auch besorgen. Oder man nimmt sich ein paar Kästen Kekse mit auf die Fahrt. Vor ein paar Tagen ist ein weiteres Boot verschwunden. Wir hoffen, das es bald wieder auftaucht.

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