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PNG: Zahlen HIV&AIDS nach unten korrigiert

September 6, 2010

Das papua-neuguineische National Department of Health hat die Schätzungen zur HIV/AIDS-Epidemie nach unten korrigiert. Statt von knapp unter 3 Prozent geht die Behörde jetzt von einer Rate von 0,9 Prozent mit dem Virus Infizierten aus. 2009 wurden landesweit 3,200 neue Fälle registriert, die meisten davon Frauen. Allerdings sind auch über 70 Prozent derer die sich testen lassen weiblich.

60 Prozent der registrierten Fälle kommen aus dem neuguineischen Hochland. In Migrationszentren wie der Porgera-Mine (Neuguinea-Hochland) sind bis zu 10 Prozent mit dem Virus infiziert. Nur 2,3 Prozent aus der neuguineischen Inselregion, wo auch Bougainville dazu gehört.

Die Mehrzahl der HIV-infizierten lebt in Bougainville ausserhalb der Mini-Ballungszentren Arawa und Buka. Prostitution, die andernorts in PNG, um Bergbau- oder Industrie-Zentren herum, für die Ausbreitung des Virus sorgt, spielt daher auf Bougainville noch keine größere Rolle. Ob sich das mit dem allmählichen Aufkommen einer lokalen Primär- und Sekundär-Industrie und Plantagenwirtschaft und damit verbundener Wanderarbeit ändern wird?

Mittlerweile erhalten 75 Prozent der landesweit 34.100 mit dem HIV-Virus lebenden Menschen die lebensverlängernden ART-Medikamente.

In 2009 wurden dazu noch 71.000 Fälle anderer sexuell übertragbarer Krankheiten (sexually transmitted disease – STI) registriert. Zu letzterem habe ich keine Statistiken finden könne, aber Interviews mit Krankenschwestern legen nahe, dass viele Jugendliche bereits mit Krankheiten wie Syphilis u.a. infiziert sind. Die Zahl der in Bougainville registrierten PLWHA („People living with HIV and AIDS“) liegt bei ungefähr 60, bei einer Bevölkerung von 200.000.

Wobei auf Bougainville etwa ein Drittel der positiv getesteten nie zum notwendigen zweiten Test kommen und nur eine kleine Minderheit überhaupt den Schritt zum HIV-Test wagt. Die hohe Zahl anderer STIs legt nahe, dass auch die Verbreitung von HIV deutlich höher liegt. „Wegen eines Juckens zwischen den Beinen gehen viele eher zum Arzt – für einen AIDS-Test kaum“, sagt ein HIV-Berater auf Bougainville kürzlich. „Nur leider gibt es für die klassischen Geschlechtskrankheiten nicht annähernd so viel Unterstützung wie für AIDS.“

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