Kaffee-Gedanken

September 20, 2010

Meinen Whisky trinke ich als Single Malt aus Schottland. Wein – klar doch, Riesling vom Rhein, Bordeaux aus Bordeaux und Champagner aus der Champagne. Tee aus Darjeeling, wobei ich seit der Teekampagne weiss, dass der z.T. gar nicht von dort kommt. Mein Bier, nun ja, derzeit ist die Auswahl mit South Pacific Lager etwas eingeschränkt, aber daheim wüsste ich genau, wo mein Bier gebraut wird (gut, eigentlich kann man auf Bougainville auch keinen Champagner und Bordeaux kaufen – aber immerhin den Jahrevorrat Darjeeling habe ich mir vom letzten Heimaturlaub mitgebracht). Die Herkunft machts.
Nur beim Kaffee, dem Lieblingsgetränk Nr. 1 der Mitteleuropäer, da spielt sie kaum eine Rolle. Da wird hemmungslos gemischt und gemanscht, Bohnen aus Ghana mit solchen aus Brasilien und Indien. Die neuguineische Bohne von 2.400 Höhenmetern wird mit weniger aromatischen von weiter unten vermischt. Das Endprodukt schmeckt immer gleich gut oder schlecht.
Aber warum eigentlich diese Gleichmacherei? Die Weiterverarbeitung liegt voll und ganz in der Hand der Hamburger Kaffee-Konzerne. Da hat der arbeitssuchende Neuguineer keine Chance. Dabei gibt es in PNG eine Reihe passabler mittelständischer Röster. In europäischen Supermärkten habe ich die landestypischen 250g-Packungen mit dem aufgedruckten Paradiesvogel allerdings noch nicht gesehen. Schade eigentlich.

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