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Die Muschelgeldverkäufer von Langa Langa

November 3, 2010

Wer einmal über die Märkte in Bougainville gezogen ist, dem sind mit Sicherheit die Muschelschmuckverkäufer von den Solomon Islands aufgefallen. Die Autonome Region Bougainville, ehemals North Solomon Province, liegt geographisch den unabhängigen Solomon Islands näher als Papua-Neuguinea.

Diese Muschelschmuck- und Muschelgeld-Verkäufer kommen (fast) ausnahmslos aus der Langa Langa Lagune in der Provinz Malaita. Die Not, Mangel an Land und anderen Einkommensquellen, und eine Portion Wanderlust lassen sie die Märkte Papua-Neuguineas bereisen. Einer der Verkäufer berichtet mir nach Monate-langer Abwesenheit oft von seinen Wanderungen. Er habe seinen Verkaufsstand schon in Neubritannien und auf Lihir, der “Goldmine” Neuirlands aufgeschlagen. Der Aufwand lohne aber nicht. Zu weit weg. Uns so kommt er immer wieder nach Buka zurück. Wenn ihm die Schulgebühren seiner Kinder das Startkapital zum Ankauf eigener Verkaufswaren (Muschelgeld und -ketten) rauben, dann verkauft er schon mal im Auftrag anderer (zu den Zeiten kann er mir keinen Mengenrabatt geben). Oft hat er mir von den schlechten Lebensbedingungen seiner künstlichen Heimatinsel erzählt. Trinkwasser sei ein Problem und Gärten hätten sie auch nicht. Allein die Muschelgeldproduktion und die Fischerei würden sie ernähren. Jetzt bin ich durch Zufall im Netz auf ein kleines Hilfsprojekt in seiner Heimat gestossen:

„Die Dorfbewohner von Lalana haben seit Bestehen der künstlichen Insel in der Langa Langa Lagune, Provinz Malaita auf den Salomonen, das erste Mal Trinkwasser vor ihrer Haustüre. Bis zur Erstellung der zehn Betontanks, mit einer Trinkwasser-Kapazität von 160’000 Litern, mussten die Frauen und Mädchen täglich in ihren Kanus zwei bis drei Stunden zum Festland paddeln, um sauberes Wasser zum Kochen und für den Haushalt zu holen. ((( mehr )))

Zumindest um die Trinkwasserversorgung wird sich die Frau meines Freundes nun keine Sorgen mehr machen müssen …

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