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Das Hühnchen, Papua-Neuguinea’s Eiweissquelle Nr. 1

Oktober 23, 2011

Es wird selten frisch, selten als ganzes Huhn und meist in Plastiktrays gefrorener Stücke angeboten. Auf Märkten oder im Dorf auch lebendig. Beliebt ist ‘Kwik-Kai’ (lit. ‘schnelles Essen’, eine Mischung von Brust, Bein, Flügel und undefinierbaren Knöchelchen), ‘Kaipot-Kombo’ (ähnlich wie Kwik-Kai, nur vom zähen Mutterhuhn, weich zu kochen im ‘Kaipot’, d.h. Kochtopf), die international beliebten Hühner-Beinchen, Flügel, Brust usw.. Aber eben auch Bestandteile des Huhns, die man in Europa selten in der Gefriertruhe findet: Hühnerhälse, Hühnerfüsse, Hühnerpopos (90% Fett, 9% Haut, 1% Fleisch), Hühnerinnereien (offenbar gut für schwangere Frauen).

Ein beliebtes Geschäftsmodell des Kleinen Mannes und der Kleinen Frau ist die Hühnerzucht. Zenag verkauft Kartons von je 50 Küken (genauer 52, denn 2 sterben eh auf dem Transport, haben mir unsere Farmer erklärt). Beim lokalen Agrarhandel kann man Hühnerkraftfutter kaufen. Ein Hühnerstall aus Bambus und Holz kann sich jeder ohne großen Aufwand selber bauen. Die bessere Variante hat dann schon Betonboden, Maschendrahtzaun und eine Neonleuchte. Letztere da die Küken in den Tropen bei nur 12 Stunden Tageslicht nur langsam wachsen würden. Nach sechs Wochen sind die gelben Küken zu verkaufsfertigen Hühnern heran gewachsen. Ein Huhn bringt 30 Kina, bei 50 Exemplaren lassen sich so in sechs Wochen K 1.500 (EUR 500) verdienen. Das entspricht dem Gehalt eines mittleren Angestellten und hat den zusätzlichen Vorteil, dass man am Anfang des Jahres, wenn die Schulgebühren anfallen, das Einkommen entsprechen steigern kann.

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