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Deutsche Palmen …

November 19, 2011

Bis zum Advent der Minen und Holzindustrie war die Kokosnuss, später ergänzt durch Kakao und Kaffee ein Hauptexportprodukt des kolonialen Neuguinea. Nach Sisal und anderen Agrarprodukten die sich als wenig erfolgreich erwiesen, war Kopra der erste Exportschlager.

Gut 30 bis 40 Meter hohe Kokospalmen wiegen sich im Wind. Darunter stehen im Schatten Kakaobäume, so weit das Auge reicht. Die 800 Hektar große Goodyear-Plantage auf der Insel Karkar vor Madang an der Nordküste Papua-Neuguineas produziert zwei der wichtigsten Agrarexporte des armen Landes. Das Kokosnuss-Geschäft ist ein Relikt aus der deutschen Kolonialzeit. «German palms» – deutsche Palmen – werden die großen Bäume noch heute genannt. (Zu den Deutschen Palmen von Madang kann man mehr im Greenpeace Magazin lesen.)

Auch wenn andere Anbauprodukte in PNG mittlerweile einen größere Rolle spielen – noch heute ist PNG eines der weltweit größeren Kokosnussanbaugebiete. Insgesamt wachsen auf 260.000 Hektar viermal mehr Kokosnüsse als Menschen in PNG leben (26 Mio zu 7 Mio). Etwa die Hälfte der ‘deutschen Palmen’ sind eben dieses: Sie stammen noch aus der deutschen und australischen Kolonialzeit und sind senil geworden und tragen nicht mehr. Viele der ehemaligen Plantagen in Madang werden nicht mehr voll genutzt, oder sind an ihre ursprünglichen Eigentümer zurück gegeben worden. Nicht alle alten und neuen Eigentümer ersetzen den alten Bestand durch neue Palmen, wodurch die Industrie in der Provinz nach und nach an Bedeutung verliert. Auch das Holz der alten Bäume wird kaum genutzt. Heute haben Neubritannien, Neu Irland und Bougainville Madang klar den Rang abgelaufen. Auf Bougainville heisst es noch immer ‘copra is money’.

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