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Archive for the ‘Welt verbessern’ Category

Widerstand gegen Tiefseebergbau in PNG

Juni 11, 2012 1 Kommentar

„Nach Papua-Neuguinea geht man, um Geld zu machen“, ist ein nicht ganz unberechtigtes (Vor-)Urteil, dass man gelegentlich hört. Das Land gehört derzeit zu den Top-Zielen internationaler Bergbaukonzerne. Zu dem Mega-LNG-(Erdgas)-Projekt gesellen sich derzeit einige neue Bergbau-Projekte (für viel Aufruhr hat das Verfahren gegen die von einem chinesischen Staatskonzern betriebene Ramu-Nickel-Mine gesorgt). Die Nutzungszeit der Ok Tedi-Mine in der Western Province unweit der indonesischen Grenze wurde erst kürzlich um mehrere Jahre verlängert.

Mit dabei ist auch Solwara 1, das weltweit derzeit erfolgversprechendste Tiefseebergbau-Projekt. Der Abbau von Gold und Kupfer in 1.600 Meter Tiefe vor Neu-Irland wird derzeit vorbereitet. Man sollte meinen, dass sich das Projekt fern möglicher traditioneller Landowner in Ruhe und ohne öffentliche Diskussion möglicher Umweltschäden entwickeln kann, aber weit gefehlt. Auch hier regt sich Widerstand in sich entwickelnden PNG-Zivilgesellschaft. Anti-Seabed-Mining-Poster und T-Shirts sind bereits erhältlich.

Betelnuss-Business –

Mai 27, 2012 Kommentare aus

PNG erlebt derzeit einen Wirtschaftsboom wie noch nie. Im Hochland ist ein Naturgas-Projekt („LNG“) im entstehen, dass in seiner Größe das Land schon jetzt verändert. Es soll einmal den größeren Teil des Bruttosozialprodukts ausmachen. Bergbau und Holzindustrie dominieren die Exporte. Dennoch ist der formale „richtige“ Arbeitsmarkt nur für einige wenige da. Für die Mehrheit der Bevölkerung sind die hoch qualifizierten und bezahlten Jobs nicht erreichbar.

Doch es gibt auch für diese wirtschaftliche Möglichkeiten: Manch ein Gemüse- oder Betelnusshändler verdient im lokalen Markt mehr als ein höherer Staatsbediensteter. Hier eine Erfolgsstory: On their way to millions – The success of Samap’s Buai entrepreneurs.

Bildung ist kostenlos, aber nicht umsonst (zu haben)

April 4, 2012 Kommentare aus

‘Free education’ ist eines DER großen gesellschaftspolitischen Themen in Papua-Neuguinea. In einem Land in dem über die Hälfte der Bevölkerung die 8. Klasse Grundschule nicht abschließt. Und nur 10 Prozent es auf die ‘secondary school’ (Klassen 9-12) schaffen. Und nur 1 Prozent darüber hinaus eine ‘tertiary education’ absolvieren.

Die Gründe für diese geringen Zahlen sind vielfältig.

Einer davon: Schule kostet. Viele Eltern können sich die Schulgebühren nicht leisten. Viele Dörfer können sich die Ausstattung und Unterhalt der Schulen nicht leisten.

Ein anderer: Schulen sind oft so entlegen, dass sich nur schwer motivierte Lehrer finden lassen.

Noch ein Grund: Schule ist scheisslangweilig. Es gibt keine Bücher, Lehrer sind überfordert, zu große Klassen, sie können sich nicht um die Kids kümmern. Es herrscht knallharter FRONTALUNTERRICHT. In den Lehrer-Colleges lernen die angehenden Lehrer in der Theorie noch allerlei Unterrichtsmethoden. In der Praxis kann ihnen keiner zeigen wie man 45 Kids anders als mit Frontalunterricht ruhig stellen kann. Dumm gelaufen.

Und: Wenn sich die Bevölkerung alle 20 Jahre verdoppelt, dann braucht es auch alle 20 Jahre doppelt so viele Lehrer. Wenn Schule jetzt auch noch für die Eltern kostenlos wird, dann braucht es wahrscheinlich schon viel früher doppelt so viele Lehrer. Kostenlos ja – aber umsonst isset nicht zu haben.

Link: http://www.rnzi.com/pages/news.php?op=read&id=67262

Mehr Frauen in die Gerichte

März 24, 2012 Kommentare aus

PNG hat eine traurige Brühmtheit, wenn es um Unterrepräsentierung von Frauen im öffentlichen Leben geht. Im Nationalparlament sitzt mit Oppositionsführerin Lady Carol Kidu derzeit eine einzige Frau. Ein Gesetz, dass zumindest einer Frau pro Provinz den Einzug ins Parlement sichern sollte, ist kürzlich gescheitert. Häusliche Gewalt jeder Art macht auch in den PNG-Medien immer wieder Schlagzeilen.

Aber nichts ist in Stein gemeisselt. Es bewegt sich was. Die Zahl der Universitätsstudentinnen hat sich in den letzten Jahren erheblich vergrößert. Mittlerweile sind mehr als die Hälfte der neuen LehrerInnen Lehrerinnen. Und laut Radio Australia hat sich die Zahl der Dorf-Richterinnen von 10 (2004) auf 700 (heute) erhöht. Tendenz steigend.

Mehr Geld für die Familien und nicht für die Banken

März 22, 2012 Kommentare aus

Von den hohen Überweisungsgebühren von Australien nach PNG, mit denen die Banken gutes Geld verdienen, hab ich an dieser Stelle ja schon berichtet. Bis zu einem Viertel der Gelder die PNG-Arbeiter in Australien an ihre Familien überweisen, behalten die Banken als Wechselkursgewinn und Bearbeitungsgebühr ein. Die Kosten für internationale Überweisungen sind damit die weltweit höchsten und ein erhebliches Entwicklungshemmnis für den Pazifikraum. Australien hat sich jetzt ein System ausgedacht, dass erheblich mehr Geld bei den Familien belassen soll. Dabei halten Sender und Empfänger jeweils eine „Visa-Karte“ und umgehen durch die Überweisungen von Karte zu Karte die hohen Bankgebühren. Praktische Entwicklungshilfe.

Quelle: http://www.australianetworknews.com/

 

 

Mining treibt Wirtschaftswachstum

März 21, 2012 Kommentare aus

2011 sind im kleinen Land Papua-Neuguinea 80 Mrd US-Dollar in den Bergbau investiert worden. Damit steht PNG in Sachen Wirtschaftswachstum weltweit auf Platz 7. Die Frage ist nun, ob sich das Wachstum auch in wirkliche Entwicklung umsetzt:

„… translating that growth into real development will be the ultimate test of the new generation of political leaders.“ (Ian Kemmish, Australischer Botschafter in PNG, Quelle: http://www.australianetworknews.com/)

Oder ob das Wachstum nicht bei der Bevölkerung ankommt und lediglich die ohnehin schon hohe Inflation weiter anfeuert.

Berufswunsch Buschpilot

Februar 1, 2012 Kommentare aus

In einem Land, in dem 80% der Bevölkerung in ländlichen Gebieten leben, und ein Großteil davon ohne Anbindung an das Straßennetz (ca. 20% müssen mehr als einen Tag laufen, um zur nächsten Gesundheitsstation zu gelangen), ist die Versorgung über Luft essentiell. Und gefährlich, das zerklüftete Terrain und wandelhafte Wetter führt regelmässig zu Flugunfällen.

Christiane Oelrich schreibt im Spiegel über einen Mann mit ungewöhnlichem Beruf.