Kultur und Religion

800 verschiedene Sprachen

Papua-Neuguinea ist sprachlich und kulturell so vielfältig, wie wahrscheinlich kein weiteres Land. Hier werden über 800 verschiedene Sprachen gesprochen, einige davon nur von ein oder zwei Dörfern. Man unterscheidet die austronesischen, vor allem an der Küste gesprochenen, Sprachen, und die Papua-Sprachen. Letzterer Begriff bezeichnet nicht etwa eine Sprachfamilie, sondern es handelt sich um einen Sammelbegriff für eine Vielzahl z.T. nicht miteinander verwandte Sprachen. Als Verkehrssprache dient die teilweise auf dem Englischen basierende Pidgin-Sprache Tok Pisin.

Ein Volk von Gärtnern

Über 80 Prozent der Bevölkerung lebt in ländlichen Gebieten vom Subsistenzgartenbau, vor allem von Süßkartoffeln (kaukau), Taro, Yams und Bananen. Und von Schweinen, den wichtigsten domestizierten Tieren des Landes.

Religion

Zur Religion der sechs Millionen Papua-Neuguineer liest man verschiedenes: Zwischen 60 und 95 Prozent seien Christen. Beide Zahlen werden ihre Berechtigung haben, wobei die Volkszählungen regelmäßig eher Werte im Bereich 90+ ergeben. Wenn man bedenkt, dass die Mission der europäischen christlichen Kirchen erst im ausgehenden 19. Jahrhundert, vor gerade einmal 120 Jahren begonnen hat … .

Ein Viertel der Bevölkerung gehört heute der katholischen Kirche an, dicht gefolgt von der Evangelisch-Lutherischen und der Anglikanischen und der United Church (Methodisten). Die Zahl der Anhänger dieser etablierten Kirchen stagniert oder wächst nur leicht. Rasant wächst dagegen die Zahl derer, die sich der Kirche der Sieben-Tags-Adventisten, der New Tribes Mission, oder den zahlreichen kleinen und kleinsten Pfingstkirchen anschließen. Daneben arbeiten noch eine Vielzahl von Missionsgesellschaften im Land. Die große Zahl unterschiedlicher Kirchen täuscht dabei leicht darüber hinweg, dass auch traditionelle animistische Glaubensvorstellungen einen festen Platz in der Gesellschaft haben.

Traditionell haben sich in Papua-Neuguinea viele „deutsche“ Kirchen und Missionsgesellschaften engagiert, in den letzten Jahrzehnten auch verstärkt in der Entwicklungszusammenarbeit. Hier wären die bayrische lutherische Neuendettelsauer Mission (seit Januar 2007 unter dem Namen Mission EineWelt), die katholischen Steyler Missionare oder die konservative „schweizerische“ Evangelical Brotherhood Church zu nennen.

Die Zahl der einheimischen Muslime wächst stetig – von einer vereinzelt propagierten „Islamisierung“ PNGs kann aber keine Rede sein. Andere  Religionen sind in PNG vor allem unter asiatischen Einwanderern verbreitet.

Eine kleine Chronologie

  • vor ca. 5000 v.Chr. wurden erste bewässerte Gärten im Hochland von Papua-Neuguinea nachgewiesen (damals lebten meine Vorfahren noch von gesammelten Kräutern und Früchten und jagbarem Wild)
  • Ende des 19. Jahrhunderts – erste erfolgreiche Missionsversuche christlicher Kirchen, erste Plantagen
  • 1930er Jahre – Goldrausch im Hinterland von Lae: Lae wird für kurze Zeit zum bewegtesten Flughafen weltweit
  • 1940er Jahre – Japan besetzt im 2. Weltkrieg weite Teile PNGs. Einheimische werden von beiden Kriegsparteien als Träger verpflichtet und fliehen teilweise in entlegenere Gebiete.

Es gibt wahrscheinlich wenige Regionen auf der Erde, in denen sich eine Gesellschaft in den letzten hundert Jahren so weitreichend verändert hat.

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