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Posts Tagged ‘Bergbau’

Rio 20+: Film Kinder in PNG

Juni 23, 2012 Kommentare aus

Die Geschichte von Angela, geboren auf Lihir Island in Papua-Neuguinea, dem Ort einer der größten Goldminen des Landes: http://www.guardian.co.uk/

 

Betelnuss-Business –

Mai 27, 2012 Kommentare aus

PNG erlebt derzeit einen Wirtschaftsboom wie noch nie. Im Hochland ist ein Naturgas-Projekt („LNG“) im entstehen, dass in seiner Größe das Land schon jetzt verändert. Es soll einmal den größeren Teil des Bruttosozialprodukts ausmachen. Bergbau und Holzindustrie dominieren die Exporte. Dennoch ist der formale „richtige“ Arbeitsmarkt nur für einige wenige da. Für die Mehrheit der Bevölkerung sind die hoch qualifizierten und bezahlten Jobs nicht erreichbar.

Doch es gibt auch für diese wirtschaftliche Möglichkeiten: Manch ein Gemüse- oder Betelnusshändler verdient im lokalen Markt mehr als ein höherer Staatsbediensteter. Hier eine Erfolgsstory: On their way to millions – The success of Samap’s Buai entrepreneurs.

Feldforschung unter Goldgräbern

November 27, 2011 Kommentare aus

Der Abbau von Rohstoffen wie Kupfer, Gold oder Nickel ist eine Haupteinkommensquelle des neuguineischen Staates und Arbeitsplatz für einen Teil der lokalen Bevölkerung. Doch das Verhältnis der ‘Lokalen’ zum Bergbau ist oftmals ambivalent. Der Geldfluss durch die Mine verändert lokale Machtverhältnisse, verändert die Lebensweise, Erwartungen, führt Männer von ihren Familien weg und hin zur Mine. Flüsse wie der Fly River in Western Province oder Jaba River in Bougainville werden durch Abwässer geplant oder ungeplant verschmutzt. Teile der Bevölkerung profitieren von der Mine, andere Gruppen haben den Schaden. In vielen entlegenen Gegenden eröffnet der Bergbau die Tür zur Aussenwelt, bringt Annehmlichkeiten, verändert die Kultur, ermöglicht vielleicht den Bau von Schulen, schafft aber auch neue Konflikte.

Prof. Dan Jorgensen, University of Western Ontario, Kanada beleuchtet das ambivalente Verhältnis von Mine und lokaler Gesellschaft: www.journal-ethnologie.de.

Verfahren gegen Rio Tinto wieder eröffnet

November 23, 2011 Kommentare aus

Das US-Gerichtsverfahren wegen vermeintlicher Genozid- und Kriegsverbrechen in Bougainville, gegen das Bergbauunternehmen Rio Tinto wird wieder aufgerollt. Seit den 1960er Jahren hatte Rio Tinto über das Tochterunternehmen Bougainville Copper Ltd (BCL) mit der Panguna Mine eine der weltweit größten Kupferminen betrieben. Ende der 1980er hatte sich an der Mine ein Bürgerkrieg entzündet, der innerhalb weniger Wochen zu ihrer Schließung geführt hatte. Bis heute ist „Panguna“ nicht wieder eröffnet worden.

Neu ist dabei nicht der durchaus bestreitbare Genozid- und Kriegsverbrechen-Vorwurf. Neu ist, dass das Verfahren erstmals gegen ein Unternehmen geführt wird. Rio Tintos Argumentation war das Alien Tort Statute lasse nur Verfahren gegen Einzelpersonen zu, nicht gegen Unternehmen.

Der Anwalt der Kläger dazu:

“It is a precedent setter and it’s an important one. I think what the court said was that it would be unjust to punish individuals and allow corporations to retain the profits of violating international law.”

Das Alien Tort Statute ist ein Gesetz aus dem Jahr 1789, dass es Nicht-US-Amerikanern erlaubt im US-Ausland begangene Menschenrechtsverletzungen in den USA gerichtlich zu verfolgen.

(Quellen: http://www.abc.net.au, http://www.rnzi.com)

Während die Schuldfrage noch gerichtlich geklärt wird, fördert UNDP mit dem ‘Strengthening Capacities for Peace and Development (CPAD)’-Programm Fraueninitiativen für ihre positive Rolle im Friedensprozess (North Bougainville Women’s Federation, Hako Women’s Collective, Leitana Nehan Women’s Collective). (Quelle: http://solomontimes.com)

Internationale Klage gegen Rio Tinto

September 30, 2010 Kommentare aus

Etwas verückt, aber Kläger aus Bougainville haben den Bergbaukonzern Rio Tinto in Amerika wegen seiner Aktivitäten auf Bougainville verklagt. Der Konzern ist nicht amerikanisch, die Geschädigten sind nicht amerikanisch, und das ganze hat nicht auf amerikanischen Boden stattgefunden. Amerika war auch sonst in keiner Weise beteiligt.

Offenbar machen sich die Kläger trotzdem Hoffnungen bis zum Supreme Court zugelassen zu werden.

Quellen: PNG Blogs, Radio New Zealand International

Furche über Bougainville

Mai 7, 2010 Kommentare aus

An die Österreicher unter uns: In der letzten Ausgabe der Zeitschrift „Furche“ ist unter dem Titel „Verzweiflung, die in Gewalt umschlägt“ ein interessanter Artikel über die Auswirkungen des Bergbaus auf die Gesellschaft in Bougainville erschienen.
Auf Radio New Dawn in Bougainville gibt es das neueste von den Wahlen.

Männer und Frauen

April 15, 2010 1 Kommentar

Eine der Besonderheiten Bougainvilles ist, dass fast überall alles Land den Frauen gehört. Männer ziehen wenn sie heiraten in der Regel zur Familie der Frau und kümmern sich dort um den Kakau-Garten ihrer Frau und der Töchter. Bei einer Scheidung verlieren sie i.d.R. sämtliche Rechte.

Der Mangel an Landrechten wird dadurch wieder gut gemacht, dass ihnen ein Teil der politischen Führung zusteht. Die Chiefs sind dann doch meist männlich.

Das hat zu der paradoxen Situation geführt, dass die Minengesellschaft Rio Tinto / Bougainville Copper Ltd seit den 1960er Jahren im Grunde mit den falschen Gesprächspartnern geführt hat, mit den Häuptlingen / Chiefs Pangunas und der umliegenden Gebiete (die nicht zwangsläufig identisch mit den Ehemännern der Landeigentümerinnen sind).

Die gleiche Situation zeigt sich 2010 wieder. Wieder fliegen fast ausschließlich männliche Chiefs nach in die Hauptstadt, schlafen in teuren Hotels usw, und repräsentieren die Landeigentümerinnen (die Medien sprechen daher gerne von „den Landeigentümern“).

Was schon in den 1980er Jahren mit zum Ausbruch des Bürgerkrieges beigetragen hat. Die Neue Panguna Landowner Association, aus der später die ursprünglich nur gegen die Mine gerichtete Bougainville Revolutionsarmee hervor gegangen war, wurde bis zu ihrem Tode von einer Frau geleitet. Schon in den ersten Jahren der Mine waren es Frauen, die barbrüstig gegen die Landenteignungen auf die Straße gingen. Seit kurzem ist eine Gruppe Landeignerinnen aktiv, die das Thema zur Sprache bringt. Siehe unten (Hintergrundinfo für Interesierte: Lynette Ona ist politisches Urgestein Bougainvilles, Unterzeichnerin des Friedensabkommens in Neuseeland, entfernt verwandt mit Francis Ona, dem Führer der Unabhängigkeits- und Anti-Minenbewegung. Wahrscheinlich kandidiert sie auch bei den derzeitigen Wahlen – ich bin sicher die ESBC werden das gerne für uns überprüfen):

The incumbent president James Tanis is one candidate who wants to see it (the Panguna Mine) active again.
But Lynette Ona from the Bougainville Indigenous Women’s Landowner Group doesn’t.
„Because we sense that if mining comes on Bougainville it will spoil our land, spoil our environment and our culture as well,“ she said.
Ms Ona says many men support the mine’s reopening but women are the traditional landowners on Bougainville. (ABC Radio Australia)