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Oldenburger H-Milch im Kühlregal

August 2, 2012 Kommentare aus

BildNeuerdings ist die mit Abstand billigste Milch in den Kühlregalen von Papua-Neuguinea H-Milch aus Oldenburg. Billig ist dabei relativ – 5,10 Kina sind immer noch 2 Euro pro Liter.

Dazu gibt es noch dänisches „Tulip“-Dosenfleisch und in der „deutschen Spezialitäten-Ecke“ des lokalen Supermarktes die beliebten Pfanni-Knödel. Red Bull aus Österreich ist eh überall zu haben. Und unsere lokale lutherische Kirche ist auf Pfeilern aus britischem Stahl gebaut.

Sauberes Trinkwasser für Nissan Island

Dezember 2, 2010 Kommentare aus

Das flüssige Gold Wasser ist Mangelware, auch in den Tropen. Wo es keinen Fluss oder Brunnen aus dem geschöpft werden kann gibt, muss oftmals Regenwasser aufgefangen werden. So auch auf dem flachen Atoll Nissan Island. CARE hilft hier mit Geldern der Europäischen Union.

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Die Bücher-lose Schule

August 15, 2010 Kommentare aus

Ist eine Schule ohne Bücher vorstellbar? Eigentlich nicht. Dennoch ist die „papierlose Schule“ für viele Kinder auf Bougainville Realität. Dabei wären die Schulen bei sparsamen Haushalten durchaus in der Lage sich aus eigenen Geldern mit einzudecken. Einige gut organisierte SchulleiterInnen haben es vorgemacht und mit Hilfe von Schulgebühren und staatlichen Subventionen ihre Klassen angemessen ausgestattet.

Allerdings: Kein Schreibwarenladen, weder in Buka, noch in Arawa, stellt größere Mengen Bücher für das neue „outcome based curriculum“ zur Verfügung. Wenn, dann nur in kleinen Mengen, zu überhöhten Preisen, oder gegen Vorkasse. In letzterem Falle kann es schon mal ein halbes Jahr dauern, bis geliefert wird. Manchmal wird nicht geliefert. Größere Mengen Bücher vorzufinanzieren könne er sich nicht leisten, gibt der Eigentümer eines (für Arawa-Verhältnisse) großen Schreibwarenladens an.

Auch sonst ist Lesematerial kaum zu bekommen. Ein einziger Second-Hand-Laden in Buka verkauft auch Bücher. Arawas öffentliche Bibliothek ist zum Jahreswechsel 2007/2008 abgebrannt. Selbst „Deborah’s Bookstore“ verkauft schon seit einiger Zeit überwiegend billige Klamotten chinesischer Herstellung, und nur noch kleine Mengen Schreibwaren.

Dem Büchermangel müsste sich abhelfen lassen, dachte sich eine kleine kirchliche Initiative in Arawa. Und bestellte eine Palette Schulbücher direkt beim Verleger in Australien. Die erste Lieferung ging im Hafen der Hauptstadt verloren. Zum Glück war sie versichert. Die Ersatzlieferung kam viele Monate später an. Zunächst gingen die Bücher weg wie warme Semmeln. Vom Erlös sollte eine weitere, größere Ladung Bücher bestellt werden. Und dann eine noch größere usw.

Dann kündigten EU und Australien, die zwei größten externen Finanzierer von Entwicklungshilfe, die kostenlose Lieferung von Schulbüchern an. Der lokale Verkauf brach sofort ein. Die letzten unverkauften paar Dutzend Bücher liegen noch immer in den Regalen. Wer zahlt schon gerne für etwas was man auch kostenlos bekommen kann? Operation geglückt, unabhängiger Buchhandel tot.

Immerhin, für die nächsten zwei Jahre freuen sich ein paar Kids über Lesefibeln und Mathebücher. Und danach?