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Posts Tagged ‘Wirtschaft’

Rabaul Shipping geschlossen

Juni 21, 2012 Kommentare aus

Papua-Neuguinea ist ein Land der Inseln. Viele Orte lassen sich am preiswertesten über das Wasser erreichen. Vielerorts ist das Schiff das einzige Verkehrsmittel. Jetzt hat eine der zwei großen Personenschifffahrer „Rabaul Shipping“ den Betrieb eingestellt. Vorangegangen war die bisher größte Katastrophe in der Personenschifffahrt in PNG: Der Untergang der „Rabaul Queen“ auf dem Weg von Rabaul nach Lae. Anschuldigungen zu Folge war das Schiff völlig überladen. Ein großer Teil der im Bauch des Schiffes befindlichen Passagiere fand zwischen Neubritannien und Lae den Tod.

In Folge hatten erboste Menschen weitere Schiffe im Hafen von Buka unter Kontrolle gebracht und verlangten weitgehende Zugeständnisse vom Eigentümer der Gesellschaft, Peter Sharp. Als sie dies nicht bekamen, zündeten sie die Schiffe kurzerhand an.

Jetzt, ein halbes Jahr später, hat die Gesellschaft den Betrieb eingestellt. Damit bedienen die Schiffe von Lutheran Shipping, dem Personen- und Cargo-Beförderer der Evangelisch-Lutherischen Kirche in PNG, nun als einzige die Menschen dieses Landesteils.

Mehr unter: http://www.radioaustralia.net.au (Tok Pisin Quelle)

Das Hühnchen, Papua-Neuguinea’s Eiweissquelle Nr. 1

Oktober 23, 2011 Kommentare aus

Es wird selten frisch, selten als ganzes Huhn und meist in Plastiktrays gefrorener Stücke angeboten. Auf Märkten oder im Dorf auch lebendig. Beliebt ist ‘Kwik-Kai’ (lit. ‘schnelles Essen’, eine Mischung von Brust, Bein, Flügel und undefinierbaren Knöchelchen), ‘Kaipot-Kombo’ (ähnlich wie Kwik-Kai, nur vom zähen Mutterhuhn, weich zu kochen im ‘Kaipot’, d.h. Kochtopf), die international beliebten Hühner-Beinchen, Flügel, Brust usw.. Aber eben auch Bestandteile des Huhns, die man in Europa selten in der Gefriertruhe findet: Hühnerhälse, Hühnerfüsse, Hühnerpopos (90% Fett, 9% Haut, 1% Fleisch), Hühnerinnereien (offenbar gut für schwangere Frauen).

Ein beliebtes Geschäftsmodell des Kleinen Mannes und der Kleinen Frau ist die Hühnerzucht. Zenag verkauft Kartons von je 50 Küken (genauer 52, denn 2 sterben eh auf dem Transport, haben mir unsere Farmer erklärt). Beim lokalen Agrarhandel kann man Hühnerkraftfutter kaufen. Ein Hühnerstall aus Bambus und Holz kann sich jeder ohne großen Aufwand selber bauen. Die bessere Variante hat dann schon Betonboden, Maschendrahtzaun und eine Neonleuchte. Letztere da die Küken in den Tropen bei nur 12 Stunden Tageslicht nur langsam wachsen würden. Nach sechs Wochen sind die gelben Küken zu verkaufsfertigen Hühnern heran gewachsen. Ein Huhn bringt 30 Kina, bei 50 Exemplaren lassen sich so in sechs Wochen K 1.500 (EUR 500) verdienen. Das entspricht dem Gehalt eines mittleren Angestellten und hat den zusätzlichen Vorteil, dass man am Anfang des Jahres, wenn die Schulgebühren anfallen, das Einkommen entsprechen steigern kann.

NASFUND: PNG Wirtschaft überhitzt

September 24, 2010 Kommentare aus

Die PNG Wirtschaft erfährt derzeit einen beispiellosen Boom. Ein alle bisherigen Ressourcenprojekte übertreffendes Erdgasprojekt und weitere Ressourcen-Projekte haben eiffrige Bautätigkeiten im ganzen Land zur Folge, besonders aber in der Hauptstadt Port Moresby zur Folge. Miet- und Hotelpreise haben sich dort vervielfacht. Die Inflation liegt bei offiziell 7 Prozent, da die Mietkosten bei der Berechnung des zugrunde liegenden Consumer Price Index (CPI) aber erheblich unterrepräsentiert sind, dürfte sie real über 10 Prozent liegen. Die Inflation der vergangenen Jahre war weitgehend durch Preissteigerungen bei den Importen, z.B. bei Grundnahrungsmitteln, angefeuert. Die jetztige scheint dagegen durch Wohn- und Mietkostensteigerungen, sowie Lohnsteigerungen getrieben, und damit überwiegend hausgemacht.

Der von den „extractive industries“ (Förderung von Gas, Öl, Rohstoffen) geführte Boom führt zudem zu Engpässen in anderen Teilen der Wirtschaft. Schreibt NASFUND, PNGs führender Finanzdienstleister, im monatlichen Newsletter.

(Schon jetzt ist der Arbeitsmarkt für qualifizierte Handwerker leer gefegt. Den Berufsschulen laufen die Lehrer davon. Die suchen in der Hauptstadt ihr Glück.)

Klein-China in Bougainville

August 30, 2010 Kommentare aus

Als Indikator für wirtschaftliche Entwicklung musste schon so manches her halten. Der Klassiker ist das Bruttosozialprodukt („Jaja jetzt wird wieder in die Hände gespuckt, …“). Aber es geht auch anders. Findige Köpfe haben den World Happiness Index entwickelt, auch die durchschnittliche Lebenserwartung wird als Indikator für wirtschaftlichen und sozialen Erfolg heran gezogen. Kompliziertere Verfahren verbinden gleich mehrere Indikatoren zu einer einzigen Kennziffer. Die meisten dieser Verfahren zur Einschätzung der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung eines Landes verlangen ausgiebige Kenntnisse der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften und ein Statistik-Diplom, will man sie im Detail verstehen.

Mein Bougainvillscher Freund hat seine eigene Methode entwickelt, den Grad der wirtschaftlichen Verflechtung seiner Heimat mit der Aussenwelt zu messen. Er zählt Ausländer. Solche, die mit dem Flugzeug an- und abreisen. In erster Linie: Chinesen. Mit dieser unkomplizierten, wenn auch leicht chauvinistischen Methode hat er heraus gefunden: Es reisten deutlich mehr Asiaten ein, als aus. „Kein gutes Zeichen“, meinte er und zählte eine Reihe Unternehmungen auf, die sich bereits in chinesischer Hand befänden. Von hysterischen Chinesenprogromen wie sie andernorts stattfinden, sind wir zwar noch weit entfernt, aber schon wird ein Gesetz diskutiert, dass den Staatsbürgerschafts-Erwerb erschweren soll.

Bougainville hat mit dem ehemaligen Priester John Momis kürzlich einen Präsidenten mit teils chinesischen Wurzeln gewählt. Er sieht es als seine Aufgabe an Investitionen aus dem Ausland anzuwerben um die Wirtschaft wieder auf Vordermann zu bringen. Eine Delegation der chinesischen Botschaft hat bereits versucht gute Stimmung für ihre Investments zu machen. Ob dabei mehr als ein paar Supermärkte heraus kommen? Wir werden es sehen.

The spirit of this country

Februar 19, 2010 Kommentare aus

Werbung muss bekanntlich dort sein, wo die Menschen sind. Werbung soll emotionalisieren, Herzen treffen. Digicels Markt sind die, für die die Werbung sich üblicherweise nicht interessiert, die kleinen Leute vom Dorf.

Handys für 7 Euro, Handy aufladen mit der FlexCard für unter 1 Euro, Empfang bis in die entlegendsten Dörfer ohne Straßenanbindung. Beim FlexKad-Verkauf setzt das karibisch-irische Unternehmen auf kleine Läden und Marktfrauen und -männer.

Die Werbung spiegelt das wieder, und gleichzeitig ein faszinierendes Stück Bougainville und Papua-Neuguinea.

My Catch and my Digicel

My Catch and my Digicel

Digicel-Boot in Buka

Digicel-Boot in Buka

Digicel auf dem Markt in Buka

Digicel auf dem Markt in Buka

My friend and my Digicel

My friend and my Digicel

Freitagsbild: Reis für Bougainville

Januar 22, 2010 Kommentare aus

Reis für Bougainville. Eines unserer Versorgungsschiffe in der Buka Passage. Durch diesen Klein-Schiff-Verkehr wird Bougainville mit Reis, Dosenfisch und neuseeländischen Lammfleischabfällen versorgt. Oder Kopra und Kakao wird nach Rabaul exportiert.