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Archive for the ‘Mainland Niugini’ Category

Kalibobo Leuchtturm

Januar 27, 2012 Kommentare aus

Kalibobo Leuchtturm, Madang

Der Kalibobo-Leuchtturm, neben den Flughunden Madangs das Wahrzeichen der Stadt. Gebaut um Schiffern den Weg durch die Riffe zu zeigen, und um den australischen „Coastwatchers“ während des 2. Weltkrieges zu gedenken.

Die Farbe der Highlands

Januar 19, 2012 1 Kommentar

Die Farbe des Hochlandes - Bilums zum Verkauf am Kagamuga Flughafen

Das Farbenprächtige Hochland, am Kagamuga-Flughafen in Mt. Hagen gesehen. Dort stellen Verkäuferinnen ihre Bilums genannten Tragetaschen aus.

Feldforschung unter Goldgräbern

November 27, 2011 Kommentare aus

Der Abbau von Rohstoffen wie Kupfer, Gold oder Nickel ist eine Haupteinkommensquelle des neuguineischen Staates und Arbeitsplatz für einen Teil der lokalen Bevölkerung. Doch das Verhältnis der ‘Lokalen’ zum Bergbau ist oftmals ambivalent. Der Geldfluss durch die Mine verändert lokale Machtverhältnisse, verändert die Lebensweise, Erwartungen, führt Männer von ihren Familien weg und hin zur Mine. Flüsse wie der Fly River in Western Province oder Jaba River in Bougainville werden durch Abwässer geplant oder ungeplant verschmutzt. Teile der Bevölkerung profitieren von der Mine, andere Gruppen haben den Schaden. In vielen entlegenen Gegenden eröffnet der Bergbau die Tür zur Aussenwelt, bringt Annehmlichkeiten, verändert die Kultur, ermöglicht vielleicht den Bau von Schulen, schafft aber auch neue Konflikte.

Prof. Dan Jorgensen, University of Western Ontario, Kanada beleuchtet das ambivalente Verhältnis von Mine und lokaler Gesellschaft: www.journal-ethnologie.de.

Deutsche Palmen …

November 19, 2011 Kommentare aus

Bis zum Advent der Minen und Holzindustrie war die Kokosnuss, später ergänzt durch Kakao und Kaffee ein Hauptexportprodukt des kolonialen Neuguinea. Nach Sisal und anderen Agrarprodukten die sich als wenig erfolgreich erwiesen, war Kopra der erste Exportschlager.

Gut 30 bis 40 Meter hohe Kokospalmen wiegen sich im Wind. Darunter stehen im Schatten Kakaobäume, so weit das Auge reicht. Die 800 Hektar große Goodyear-Plantage auf der Insel Karkar vor Madang an der Nordküste Papua-Neuguineas produziert zwei der wichtigsten Agrarexporte des armen Landes. Das Kokosnuss-Geschäft ist ein Relikt aus der deutschen Kolonialzeit. «German palms» – deutsche Palmen – werden die großen Bäume noch heute genannt. (Zu den Deutschen Palmen von Madang kann man mehr im Greenpeace Magazin lesen.)

Auch wenn andere Anbauprodukte in PNG mittlerweile einen größere Rolle spielen – noch heute ist PNG eines der weltweit größeren Kokosnussanbaugebiete. Insgesamt wachsen auf 260.000 Hektar viermal mehr Kokosnüsse als Menschen in PNG leben (26 Mio zu 7 Mio). Etwa die Hälfte der ‘deutschen Palmen’ sind eben dieses: Sie stammen noch aus der deutschen und australischen Kolonialzeit und sind senil geworden und tragen nicht mehr. Viele der ehemaligen Plantagen in Madang werden nicht mehr voll genutzt, oder sind an ihre ursprünglichen Eigentümer zurück gegeben worden. Nicht alle alten und neuen Eigentümer ersetzen den alten Bestand durch neue Palmen, wodurch die Industrie in der Provinz nach und nach an Bedeutung verliert. Auch das Holz der alten Bäume wird kaum genutzt. Heute haben Neubritannien, Neu Irland und Bougainville Madang klar den Rang abgelaufen. Auf Bougainville heisst es noch immer ‘copra is money’.

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Bougainville: Die ersten Klimaflüchtlinge

November 18, 2008 Kommentare aus

Klimawandel mal praktisch. Der Kampf mit dem Meer hat in Papua-Neuguinea eine uralte Tradition. Steigende Meeresspiegel hatten bereits nach der letzten Eiszeit die Hauptinsel Neuguinea vom australischen und südostasiatischen Festland abgeschnitten, wodurch Neuguinea für Jahrtausende vom kulturellen Austausch mit Südostasien abgeschnitten wurde. Viele frühe Besiedlungsspuren werden nie gefunden werden, weil die ersten Siedler sich in heute überfluteten Küstengebieten nieder gelassen hatten.

So gesehen ist die sich auf den Bougainville’schen Cartrets Atollen anbahnende Katastrophe nichts neues: Die flachen Korallenriffe sind in den letzten Jahrzehnten erheblich geschrumpft. Die unter den Inseln liegenden Süßwasserlinsen versalzen nach und nach, so dass die dort verbliebene Bevölkerung von noch 1.500 (ehemals 3.000) Menschen längst komplett hätte umgesiedelt werden müssen. Aber wohin?

Der durch den Klimawandel bedingte Anstieg des Meeresspiegels macht nach und nach das Leben auf den Atollen unmöglich. Eindringendes Salzwasser und Flutwellen zerstören Gärten und natürliche Trinkwasserreserven der nur bis zu 1,5 Meter über dem Meeresspiegel liegenden fünf Atollen. In den letzten 20 Jahren ist der Meeresspiegel um die Atolle herum um ca. 10 Zentimeter angestiegen („First climate change refugees reportet“, in Post-Courier, 30. Oktober 2008, S. 5) und das Meer hat sich z.T. hundert Meter und weiter in die Koralleninseln vorgefressen. Der Fall der Carterets ist in PNG nicht einzigartig: Krangket Island in Madang erwägt den Bau eines – kaum bezahlbaren – Seewalls, die historische Salamaua Regierungs-Station in der Morobe-Provinz ist durch Überflutung gefährdet und die dortige Schule nach dem Versumpfen des Fussballfeldes bereits an einen weniger verkehrsgünstigen aber höher gelegenen Ort verlegt worden („Salamaua fears rising sea levels“, in Post-Courier, S. 4, 3. November 2008). Aus fast allen Küstenprovinzen PNGs tauchen in den zwei Tageszeitungen PNGs immer wieder Nachrichten von schrumpfenden Inseln und überflutungsbedingten Umsiedlungswünschen auf.

Die mehrheitlich katholischen Bewohner der Carterets leben derweil von kaum mehr als von Fisch und Kokosnüssen. Die Gärten sind zerstört. Verkehrstechnisch sind sie weitgehend vom Rest des Landes abgeschnitten: Die Sankamap, das halbstaatlich betriebene Schiff, das die Atolle versorgt, ist dringend reparaturbedürftig und fährt seit einiger Zeit nicht. Mehstündige Motorbootfahrten aufs Festland sind teuer und gefährlich. Die hochseetüchtigen Schiffe, mit denen die melanesischen Vorfahren vor einigen hundert Jahren die ehemals polynesischen Inseln von Buka her erobert haben, existieren heute nicht mehr. Immer wieder versagen Motoren ausser Sichtweite von Land und Menschen gehen auf hoher See verloren. Allerdings: Im April erreichte das lang ersehnte Cargo-Schiff Sankamap II Bougainville. Es soll in Zukunft die Atolle, u.a. die Carterets, versorgen, hat aber bis dato den regulären Betrieb wegen diverser Probleme noch nicht aufnehmen können.

Eine Umsiedlung auf Staatskosten ist schon länger geplant. Noch vor kurzem wurde das Jahr 2007 als Termin genannt. Allerdings fehlt es noch an geeignetem Ansiedlungsland. Bisher waren vor allem seit dem Bürgerkrieg auf der Hauptinsel Bougainville stillgelegte Plantagen im Gespräch. Doch welche? Ins reiche Kakao-Land um Tinputz, wo die katholische Kirche umstrittene Ländereien besitzt? An die kaum besiedelte und schlecht erschlossene Westküste? Die derzeit heißeste Alternative scheint eine Umsiedlung von ca. 40 Familien auf die ehemalige Baniu-Plantage zu sein. Die Regierung der Autonomen Region Bougainville verhandelt derzeit mit den traditionellen Landeignern der Plantage. Begonnen werden soll schon Anfang 2009. Bis 2014 soll die Umsiedlung komplett abgeschlossen sein, der sich allerdings ein Teil der Carterets-Bevölkerung noch widersetzt. („First climate change refugees reportet“, in Post-Courier, 30. Oktober 2008, S. 5) Land, auch das ehemalige Plantagenland, ist auch auf Bougainville im Besitz und de facto Eigentum der traditionellen „land owners“, die nur ungern ihre Ansprüche an Fremde aufgeben.

Dessen ungeachtet geht eine informelle Umsiedlung von statten. Die Bevölkerung von ehemals 3.000 ist auf unter 2.000, manchmal ist von nur noch 1.500 Atollbewohnern zu lesen, gesunken. Mit jedem Schiff, jeder Yacht, jedem Motorboot verlassen einige Bewohner ihre untergehende Heimat. Viele auf dem Festland, hauptsächlich Buka, ansässige Carteretianer haben ihre Heimat schon seit Jahren nicht mehr besucht und schicken nur noch mit gelegentlichen Schiffen Nahrungsmittel an ihre Familie.

Weltweit
Entwicklungsländer leiden häufig sehr viel stärker unter Stürmen, Überschwemmungen und Wetterextremen häufig sehr viel stärker als industrialisierte Länder, wie der Klima-Risiko-Index (Link Germanwatch) erkennen lässt.

Besonders betroffen sind die so genannten „small island states“ des Pazifik und der Karibik, deren gesamte Staatsfläche sich oftmals kaum mehr als ein Meter über den Meeresspiegel heraus erhebt und die Flussdelta-Gebiete in Ländern wie Ägypten, Bangladesh und Vietnam.

Weitere Informationen:

  • Pazifik-Informationsstelle
  • Pazifik-Informationsstelle – Aktivitäten
  • Germanwatch Klimarisikoindex
  • 3rd global congress of women in politics and governance
  • PnK Microfinance

    Dezember 22, 2007 Kommentare aus

    Mein kleiner Beitrag zum aktuellen Newsletter von HORIZONT3000: Putim na Kisim Microfinance der Ev.-Luth. Kirche in Papua-Neuguinea.