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Archive for the ‘Bougainville’ Category

Danke, Tony Wheeler

März 8, 2012 Kommentare aus

Als jemand der gerne (und für meine Verhältnisse recht lang) in Bougainville gelebt hat, möchte ich an dieser Stelle Tony Wheeler, dem Mitbegründer der Lonely Planet-Reiseführer, einen ganz besonderen Dank aussprechen.

In seinem Reiseblog auf der Lonely Planet Website bricht er das Eis für die schönste und interessanteste Insel Papua-Neuguineas. Vielleicht hat das Auswärtige Amt doch nicht so ganz recht mit seiner harten Reisewarnung?

 

 

Die Kupfermine als entscheidender Faktor für die Unabhängigkeit?

Januar 11, 2012 Kommentare aus

Der Abbau mineralischer Rohstoffe trägt zu einem Viertel des Bruttosozialprodukts Papua-Neuguineas bei. In Bougainville, nach der Stillegung der Panguna-Mine, nichts. Das kann sich mit der möglichen Wiedereröffnung ändern. Copperinvestmentnews berichtet.

Verfahren gegen Rio Tinto wieder eröffnet

November 23, 2011 Kommentare aus

Das US-Gerichtsverfahren wegen vermeintlicher Genozid- und Kriegsverbrechen in Bougainville, gegen das Bergbauunternehmen Rio Tinto wird wieder aufgerollt. Seit den 1960er Jahren hatte Rio Tinto über das Tochterunternehmen Bougainville Copper Ltd (BCL) mit der Panguna Mine eine der weltweit größten Kupferminen betrieben. Ende der 1980er hatte sich an der Mine ein Bürgerkrieg entzündet, der innerhalb weniger Wochen zu ihrer Schließung geführt hatte. Bis heute ist „Panguna“ nicht wieder eröffnet worden.

Neu ist dabei nicht der durchaus bestreitbare Genozid- und Kriegsverbrechen-Vorwurf. Neu ist, dass das Verfahren erstmals gegen ein Unternehmen geführt wird. Rio Tintos Argumentation war das Alien Tort Statute lasse nur Verfahren gegen Einzelpersonen zu, nicht gegen Unternehmen.

Der Anwalt der Kläger dazu:

“It is a precedent setter and it’s an important one. I think what the court said was that it would be unjust to punish individuals and allow corporations to retain the profits of violating international law.”

Das Alien Tort Statute ist ein Gesetz aus dem Jahr 1789, dass es Nicht-US-Amerikanern erlaubt im US-Ausland begangene Menschenrechtsverletzungen in den USA gerichtlich zu verfolgen.

(Quellen: http://www.abc.net.au, http://www.rnzi.com)

Während die Schuldfrage noch gerichtlich geklärt wird, fördert UNDP mit dem ‘Strengthening Capacities for Peace and Development (CPAD)’-Programm Fraueninitiativen für ihre positive Rolle im Friedensprozess (North Bougainville Women’s Federation, Hako Women’s Collective, Leitana Nehan Women’s Collective). (Quelle: http://solomontimes.com)

Es werde Licht … in Bougainville

März 4, 2011 Kommentare aus

Nur knapp 10 Prozent der Bevölkerung PNGs sind an das öffentliche Stromnetz angeschlossen. In Bougainville sind es die paar Tausend Einwohner von Buka Town und entlang der 10 km Strasse nach Hutjena. Die größte Stadt Arawa dröhnt nachts von privaten Generatoren. Buin Town und Wakunai District Center verfügen über eigene Dieselgeneratoren die täglich ein paar Stunden Strom liefern. Dazwischen: Nichts. Dabei sind die Berge voll mit kräftig strömenden Flüssen. Während des Bürgerkriegs schon, und in den letzten zehn Jahren danach, haben findige Menschen aus umgebauten Generatoren und abgewrackten Automotoren ihre eigenen kleinen “hydros“ gebaut. Noch immer beleuchten diese kleinen Wasserkraftwerke Marke Eigenbau nachts die Dörfer in den Bergen hinter Arawa (und zerstören mit ihren kräftigen Stromschwankungen recht häufig die angeschlossenen Geräte).

Das soll sich jetzt ändern. Das Land sei ideal für ein Netzwerk kleinerer Wasserkraftwerke, die in dieser Größenordnung auch kaum gewartet werden müssten. Auch koste Strom aus dem Wasserwerk wenig, während die gegenwärtigen Dieselgeneratoren mit teurem Import-Diesel gefüttert werden müssen. Meint die Asiatische Entwicklungsbank ADB. Ende Februar hat die ADB einen Kredit von 57,3 Millionen Dollar bewilligt. U.a. soll der staatliche Stromversorger PNG Power mit dem Geld in Bougainville und Northern Province Flusswasserkraftwerke bauen. Geplant ist in Bougainville ein Netz von kleinen Kraftwerken in den dichter besiedelten Kakao-Gebieten der Ostküste. Versorgt werden könnten dann nicht nur die „urbanen“ Zentren Arawa, Wakunai, Tinputz und Buka-Stadt, sondern eben auch die kleinen Weiler und Dörfer dazwischen.

Ein ambitioniertes Ziel, dass selbst in den Zeiten der reichen Panguna-Mine niemand in Angriff genommen hatte.

Light up the world!

Quellen:
http://www.waterpowermagazine.com
http://www.eco-business.com

Bougainville News: Carterets, Arawa, Panguna

Dezember 17, 2010 Kommentare aus

Sauberes Trinkwasser für Nissan Island

Dezember 2, 2010 Kommentare aus

Das flüssige Gold Wasser ist Mangelware, auch in den Tropen. Wo es keinen Fluss oder Brunnen aus dem geschöpft werden kann gibt, muss oftmals Regenwasser aufgefangen werden. So auch auf dem flachen Atoll Nissan Island. CARE hilft hier mit Geldern der Europäischen Union.

MEHR INFOS.

Deutscher Kakao in Bougainville

November 17, 2010 Kommentare aus

Was verbindet Deutschland mit dem tropischen Bougainville? Auf den ersten Blick nicht viel, ausser der kurzen gemeinsamen (Kolonial-)Geschichte. Den kleinen Kakao-Farmern ist Deutschland dennoch ein Begriff. Die nach wie vor beliebteste Kakao-Züchtung ist der „German Cocoa“. Im Gegensatz zu den seit den 1990er Jahren eingeführten modernen Hybridzüchtungen benötigt German Cocoa weniger Pflege, ist widerstandsfähiger gegen Krankheiten und trägt noch nach Jahrzehnten. Woher die Bezeichnung „German Cocoa“ stammt, habe ich nicht ergründen können. Denn zu deutschen Kolonialzeiten bis 1914 spielte Kakao noch keine große wirtschaftliche Rolle.

Nach dem Bürgerkrieg Ende der 1990er Jahre förderten Australien und die EU den Wiederaufbau der Kakao-Plantagen mit dem Verteilen von Hybrid-Setzlingen und Mini-Kakao-Trocknern. Heute hat der Export wieder Vorkriegsniveau erreicht. Mit dem Unterschied, dass heute kommerziell betriebene Grossplantagen keine Rolle mehr spielen.

Mittelfristig glaubt die Politik über Kakao-Export-Steuern 40 bis 60 Millionen Kina einnehmen zu können – wodurch der Haushalt der Autonomen Region Bougainville wesentlich mit finanziert würde.

Dieser rasante Wiederaufbau der Kakao-Industrie ist nur durch eines gefährdet: Den Cocoa-Pod-Borer. Ein Schädling, der in anderen Provinzen bis zu 80 Prozent der Ernte vernichtet hat. Dennoch, der Kakao-Sektor ist auch für ausländische Investoren wieder interessant geworden. Und die langjährige Forschungsarbeit hat Methoden aufgezeigt, mit man den Schädling kontrollieren kann: Durch regelmässiges Ernten, vergraben infizierter Teile und Auslichten des Astwerkes.

Ein Nebeneffekt: Durch diese neuen Bewirtschaftungsmethoden ließe sich sogar der Ertrag steigern. „This pest is a blessing in disguise“, der Cocoa Pod Borer – ein Schaf im Wolfspelz. Viel Glück bei seiner Zähmung!