Ich lese grad ein wirklich klasse Buch “Mr. Pip”: . Die Geschichte spielt in den 1990ern in einem kleinen Dorf auf Bougainville, beim Ausbruch des Bürgerkrieges. Nichts für zart besaitete, aber gut.
Bougainville-Roman “Mr. Pip”
Verfasst von bukacarsten am Juni 2, 2009
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Ampe
Verfasst von bukacarsten am Februar 8, 2009
In Arawa gibt es einen alten geistig ver-/entrückten Mann, Ampe (so nennen ihn die anderen, er nennt sich selbst King Peter), der eine innige Beziehung zur katholischen Kirche hat. Diese Tage hab ich ihn das erste Mal seit langem wieder gesehen. Er kam ins Büro und erzählte leidlich gutem Englisch-Pidgin-Gemisch von einem weißen Mann, der ihm ein „invoice“, eine Rechnung gegeben habe. Irgendwie machte er uns für irgendwas verantwortlich.
Letztes Jahr haben wir ihn häufiger gesehen. Teils hat er im leer stehenden Bischofshaus übernachtet und unter dem Haus sämtliches hölzernes herum liegendes Inventar für sein Herdfeuer verbrannt. Nächtens muss er regelmäßig längere lautstarke Gebetssessions eingelegt haben, so dass sogar die sehr katholischen Nachbarn um ihren Schlaf gebracht wurden. Der Bischof habe ihn als Wache für das Haus eingesetzt. Teils hat er auch im benachbarten Priesterhaus übernachtet (mit oder ohne anwesenden Priester – das schien ihn nicht weiter zu stören). Einmal musste ich ihm detailliert Rechenschaft über meinen abendlichen Besuch in der Nachbarschaft abgeben. Immerhin hat er sich eine Stunde lang nicht von meinem Auto weg bewegt. Offenbar fiel das in seinen bischöflichen Wächterauftrag. Ein anderes Mal bat er mich um einen Kina (ca. 30 Eurocent). Er müsse Nägel für das Bischofshaus kaufen. (???) Bei durch unsere Straße ziehenden Prozessionen hängt er gelegentlich ein mit unverständlichen religiösen Symbolen beschriftete Leinwand von unserem Büro-Balkon. Wenn man Glück hat, kann man ihm dann auch beim Predigen in einem interessanten Englisch-Pidgin-Tok Ples-Gemisch zuhören.
Nein, diese Geschichte hat keine Pointe, ausser vielleicht, dass nicht überall auf der Welt „geistig schwache“ weggesperrt werden. Eine interessante Entdeckung, nicht wahr?
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Panguna-Mine revived/wiederbelebt?
Verfasst von bukacarsten am Januar 16, 2009
„Bougainvilleans, I will not force mining onto you.“ – Sinngemäss: Bougainvilleer, ich werde ich euch nicht zur Wiedereröffnung der Panguna Mine zwingen. So äusserte sich James Tanis der neue Präsident der Autonomen Region Bougainville in seiner Antrittsrede. Von Herrn Tanis, der noch lange mit dem BRA-Führer Francis Ona ausgehalten hatte, hat wohl auch kaum jemand ausgebreitete Arme für den Bergbaukonzern Rio Tinto und Panguna Copper Ltd erwartet.
An anderer Stelle kann man folgendes lesen:
“He’ll be listening to all views but that there will be no mining in Bougainville unless that is what the people want. That means not only is the Bougainville Resources Development Corporation but also the future of the Bougainville Copper Limited, the Rio Tinto-owned resource development that led to the original conflict back in 1988.”
„Rio Tinto case revived, as new government takes charge“, heisst es dagegen wieder an anderer Stelle. Dabei handelt es such um das Gerichtsverfahren gegen Rio Tinto, nicht die Wiedereröffnung der Mine.
„US court has agreed to re-open a case, lodged several years ago against Rio Tinto, accusing the company of complicity in human rights abuses by the operation of its Panguna copper-gold mine until 1989, and in the horrendous civil war that followed.
Representatives of US the law firm, Hagens Berman, representing Panguna landowners, were expected to arrive in Bougainville last weekend to meet with the new provincial government’s president, James Tanis.
Tanis is himself a former commander of the Bougainville Revolutionary Army, initially formed to fight against the mine in 1988.
Last week, at his inauguration ceremony, Tanis apparently lent support to those Panguna landowners seeking to keep the mine closed.“ (Meldung vom 13. Januar 2009 unter minesandcommunities.com)
Hintergrundinfo zur Präsidentschafts-Wahl:
James Tanis elected President of Autonomous Bougainville Government
Posted at 22:53 on 28 December, 2008 UTC
James Tanis has been elected President of the autonomous Papua New Guinea province of Bougainville.
The former separatist beat 13 other contenders for the post made vacant by the death of Joseph Kabui in June this year.
The Post Courier newspaper reports he was nearly two thousand votes ahead of the second highest polling candidate, former National Government Cabinet Minister, Sam Akoitai.
Mr Tanis finished third in the first election for President for 2005, behind Mr Kabui and former Governor John Momis.
Mr Akoitai says he is happy with the choice of Mr Tanis who he says was instrumental in the peace process.
He has urged the ABG under Mr Tanis’s leadership to prioritise weapons disposal and the referendum which are key issues in the Bougainville peace agreement.
Meanwhile Mr Akoitai says many Bougainvilleans were denied their democratic rights in the poll because their names were not on the common roll.
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Hold up am Wakunai Airport
Verfasst von bukacarsten am Dezember 19, 2008
Donnerstag früh, auf dem Weg von Arawa nach Buka, sind wir in einen kleinen Roadblock hinein geraten. Ein paar sehr freundliche Locals hatten hinter dem alten Wakunai-Flughafen aus zwei Benzinfässern und einer Latte einen Schlagbaum geschaffen. Angeblich hatte die Polizei von Arawa im Laufe der Nacht ohne zu bezahlen Bier aus ihrem Tradestore mitgenommen. Jetzt warte man auf ihre Rückkehr um die Bezahlung einzufordern (oder so ähnlich …). Wers glaubt wird seelig. Wir konnten ohne Probleme passieren.
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Neuwahlen in Bougainville
Verfasst von bukacarsten am November 26, 2008
Jetzt gehts lohos … . Nach dem Tod von late president Joseph Kabui vor einigen Monaten soll jetzt doch bald gewählt werden. Präsident einer der kleineren Provinzen eines mittelgroßen Entwicklungslandes zu werden ist nu kein Karrierejob (ein weiterer Ex-Präsident wohnt uns gegenüber – ein Auto kann sich der nette ältere Herr heute nicht mehr nicht leisten), aber wichtig ist der Posten doch. Immerhin liegt im Zentrum dieser schönen Region die still-gelegte Panguna Kupfer- und Gold-Mine.
Neben BRA-General Sam Kauona geht auch ein “Bruder” Kabuis, ein ehemals bekannter Sanguma-Sänger, und eine Reihe mehr oder weniger bekannter Persönlichkeiten ins Rennen um den Präsidentenposten. Der Wahlkampf läuft eher ruhig ab, jedenfalls hab ich bisher nicht viel mitbekommen. Einige Kandidaten fahren mit Mietwagen die wichtigsten Wahldistrikte ab, verteilen ihre gedruckten Lebensläufe an mögliche Multiplikatoren um ihre Kompetenz heraus zu streichen.
Dieses Mal scheint besonders zu sein – sogar von der Seite der „Rebellen“, den Meekamui, hat sich ein Kandidat aufstellen.
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Religion in Bougainville
Verfasst von bukacarsten am November 21, 2008
Bougainville ist formell mehrheitlich katholisch. Die ersten christlichen Missionare die die heutige “Autonome Region Bougainville” betraten, waren kurz nach 1900 die Väter des Maristen-Ordens (Society of Mary), gefolgt von den Maristen-Brüdern und den Maristen-Schwestern. Später kamen dann die Methodisten, auf die die heutige United Church zurück geht, und noch später die Adventisten des Siebenten Tages (Seventh Day Adventist oder SDA). Doch ca. 70 Prozent der Bevölkerung sind laut Volkszählung römisch-katholisch. Neben diesen drei Mutterkirchen tun sich wie anderswo in PNG allerlei kleinere Gruppierungen auf. Die zahlenmässig wichtigste der kleineren Kirchen dürfte die charismatische CLC (Christian Life Center) sein. Neben den christlichen Gruppen existeren millenaristische Kulte, wie die “Black Jesus Bewegung” aus Buin und der Kult um den Stein Jaspar in Wisai.
Der Bürgerkrieg hat die Gräben zwischen den Konfessionen vergrößert. Katholiken, United Church und SDA werfen einander vor die jeweils anderen Kirchen und Schulen abgebrannt zu haben. Von einem Krieg der Religionen kann jedoch nicht die Rede sein. Die kämpfenden Gruppen waren während der Krise nicht oder nur in Ausnahmefällen entlang religiöser Gruppen organisiert. Ökumenisches Leben an der Basis gibt es wenig, obwohl die höheren Ränge der Kirchen relativ offen miteinander um gehen und viele soziale Dienste gerade der größeren katholischen Kirche ausdrücklich allen Konfessionen offen stehen.
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Bougainville: Die ersten Klimaflüchtlinge
Verfasst von bukacarsten am November 18, 2008
Klimawandel mal praktisch. Der Kampf mit dem Meer hat in Papua-Neuguinea eine uralte Tradition. Steigende Meeresspiegel hatten bereits nach der letzten Eiszeit die Hauptinsel Neuguinea vom australischen und südostasiatischen Festland abgeschnitten, wodurch Neuguinea für Jahrtausende vom kulturellen Austausch mit Südostasien abgeschnitten wurde. Viele frühe Besiedlungsspuren werden nie gefunden werden, weil die ersten Siedler sich in heute überfluteten Küstengebieten nieder gelassen hatten.
So gesehen ist die sich auf den Bougainville’schen Cartrets Atollen anbahnende Katastrophe nichts neues: Die flachen Korallenriffe sind in den letzten Jahrzehnten erheblich geschrumpft. Die unter den Inseln liegenden Süßwasserlinsen versalzen nach und nach, so dass die dort verbliebene Bevölkerung von noch 1.500 (ehemals 3.000) Menschen längst komplett hätte umgesiedelt werden müssen. Aber wohin?
Der durch den Klimawandel bedingte Anstieg des Meeresspiegels macht nach und nach das Leben auf den Atollen unmöglich. Eindringendes Salzwasser und Flutwellen zerstören Gärten und natürliche Trinkwasserreserven der nur bis zu 1,5 Meter über dem Meeresspiegel liegenden fünf Atollen. In den letzten 20 Jahren ist der Meeresspiegel um die Atolle herum um ca. 10 Zentimeter angestiegen („First climate change refugees reportet“, in Post-Courier, 30. Oktober 2008, S. 5) und das Meer hat sich z.T. hundert Meter und weiter in die Koralleninseln vorgefressen. Der Fall der Carterets ist in PNG nicht einzigartig: Krangket Island in Madang erwägt den Bau eines – kaum bezahlbaren – Seewalls, die historische Salamaua Regierungs-Station in der Morobe-Provinz ist durch Überflutung gefährdet und die dortige Schule nach dem Versumpfen des Fussballfeldes bereits an einen weniger verkehrsgünstigen aber höher gelegenen Ort verlegt worden („Salamaua fears rising sea levels“, in Post-Courier, S. 4, 3. November 2008). Aus fast allen Küstenprovinzen PNGs tauchen in den zwei Tageszeitungen PNGs immer wieder Nachrichten von schrumpfenden Inseln und überflutungsbedingten Umsiedlungswünschen auf.
Die mehrheitlich katholischen Bewohner der Carterets leben derweil von kaum mehr als von Fisch und Kokosnüssen. Die Gärten sind zerstört. Verkehrstechnisch sind sie weitgehend vom Rest des Landes abgeschnitten: Die Sankamap, das halbstaatlich betriebene Schiff, das die Atolle versorgt, ist dringend reparaturbedürftig und fährt seit einiger Zeit nicht. Mehstündige Motorbootfahrten aufs Festland sind teuer und gefährlich. Die hochseetüchtigen Schiffe, mit denen die melanesischen Vorfahren vor einigen hundert Jahren die ehemals polynesischen Inseln von Buka her erobert haben, existieren heute nicht mehr. Immer wieder versagen Motoren ausser Sichtweite von Land und Menschen gehen auf hoher See verloren. Allerdings: Im April erreichte das lang ersehnte Cargo-Schiff Sankamap II Bougainville. Es soll in Zukunft die Atolle, u.a. die Carterets, versorgen, hat aber bis dato den regulären Betrieb wegen diverser Probleme noch nicht aufnehmen können.
Eine Umsiedlung auf Staatskosten ist schon länger geplant. Noch vor kurzem wurde das Jahr 2007 als Termin genannt. Allerdings fehlt es noch an geeignetem Ansiedlungsland. Bisher waren vor allem seit dem Bürgerkrieg auf der Hauptinsel Bougainville stillgelegte Plantagen im Gespräch. Doch welche? Ins reiche Kakao-Land um Tinputz, wo die katholische Kirche umstrittene Ländereien besitzt? An die kaum besiedelte und schlecht erschlossene Westküste? Die derzeit heißeste Alternative scheint eine Umsiedlung von ca. 40 Familien auf die ehemalige Baniu-Plantage zu sein. Die Regierung der Autonomen Region Bougainville verhandelt derzeit mit den traditionellen Landeignern der Plantage. Begonnen werden soll schon Anfang 2009. Bis 2014 soll die Umsiedlung komplett abgeschlossen sein, der sich allerdings ein Teil der Carterets-Bevölkerung noch widersetzt. („First climate change refugees reportet“, in Post-Courier, 30. Oktober 2008, S. 5) Land, auch das ehemalige Plantagenland, ist auch auf Bougainville im Besitz und de facto Eigentum der traditionellen „land owners“, die nur ungern ihre Ansprüche an Fremde aufgeben.
Dessen ungeachtet geht eine informelle Umsiedlung von statten. Die Bevölkerung von ehemals 3.000 ist auf unter 2.000, manchmal ist von nur noch 1.500 Atollbewohnern zu lesen, gesunken. Mit jedem Schiff, jeder Yacht, jedem Motorboot verlassen einige Bewohner ihre untergehende Heimat. Viele auf dem Festland, hauptsächlich Buka, ansässige Carteretianer haben ihre Heimat schon seit Jahren nicht mehr besucht und schicken nur noch mit gelegentlichen Schiffen Nahrungsmittel an ihre Familie.
Weltweit
Entwicklungsländer leiden häufig sehr viel stärker unter Stürmen, Überschwemmungen und Wetterextremen häufig sehr viel stärker als industrialisierte Länder, wie der Klima-Risiko-Index (Link Germanwatch) erkennen lässt.
Besonders betroffen sind die so genannten „small island states“ des Pazifik und der Karibik, deren gesamte Staatsfläche sich oftmals kaum mehr als ein Meter über den Meeresspiegel heraus erhebt und die Flussdelta-Gebiete in Ländern wie Ägypten, Bangladesh und Vietnam.
Weitere Informationen:
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Bio-Sprit als “Income Earner” für PNG
Verfasst von bukacarsten am Oktober 28, 2008
“THE Central province is set to become a major producer of an income earning product that can bring in millions of kina from a humble crop known as the cassava.
The 20,000 hectares of land for the cassava bio-fuel project is located along the Magi Highway beginning at Saroakeina and stretching all the way out towards the Launakalana station. There is interest among landowners to extend the project across to the Abau side.
Changhae Tapioka (PNG) Ltd the developer of the multi-million kina cassava bio-fuel project is looking at exporting its first lot of cassava chips to South Korea in the next year to be processed onto ethanol or bio-fuel and the next five years will see the establishment of its own ethanol factory on the cassava estate.”
Quellen: mwerigi.blogspot.com und pacbiofuel.blogspot.com/.
Gleichzeitig versucht die Bougainville-Regierung im dünn besiedelten Torokina/Westküste eine riesigen Ölpalmen-Plantage ins Leben zu rufen. Mehrere hundert Jugendliche und Ex-Kämpfer sollten so in Lohn und Brot kommen.
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Wieder erreichbar …
Verfasst von bukacarsten am Oktober 28, 2008
Wie sagt man so schön: „long time, no see“. Ich war eine ganze Weile nicht mehr im Internet. Erst der Urlaub in Lae, wo mein Söhnchen in der Tusa Clinic geboren wurde. Ein kräftiger junger Kerl, der seiner Mutter bei der Geburt ganz schön zu schaffen gemacht hat. Dann waren wir noch für eine Woche in Madang, auf dem Jahrestreffen der HORIZONT3000 Entwicklungsarbeiter. Wenn ich in der Zeit nicht auf Emails geantwortet habe – bitte verzeiht mir.
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Roadblock finished
Verfasst von bukacarsten am September 17, 2008
Der Roadblock der fuer einige Tage in Wakunai bestand, ist mittlerweile wieder weg. Die Chiefs von Wakunai haben sich wohl mit ihren Jungs zusammen gesetzt und sie zur Ordnung gerufen. Ueberhaupt ist die ganze Angelegenheit ziemlich ruhig abgelaufen, wie immer. Hatte nur den negativen Effekt, dass Peter ein paar Tage lang nicht nach Arawa zurueck konnte.
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